Aus den Ländern in den Bundestag

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Die Abgeordneten des Bundestages sind nach Artikel 38 GG „Vertreter des ganzen Volkes“. Verständlicherweise kümmern sie sich aber oft ganz besonders um die Belange der Region, in der sie gewählt worden sind. Auch innerhalb der Parteien und Fraktionen spielt die Herkunft aus dem einen oder anderen Bundesland eine wichtige Rolle, wenn es um die geographisch ausgewogene Besetzung von Führungspositionen geht. Bei einer Bundestagswahl sorgt schon die Wahlorganisation für die Berücksichtigung aller Regionen: Die Kandidatinnen und Kandidaten treten „vor Ort“ in den 299 Wahlkreisen des Bundesgebiets an oder werden auf Landeslisten nominiert.

Die Verteilung der Bundestagsmandate auf die Parteien und die einzelnen Bundesländer erfolgt nach einem Verfahren, das zur Wahl 2013 erstmals angewandt wurde. Ausgehend von der gesetzlichen Mitgliederzahl des Bundestags (598 Abgeordnete) wird vor der Wahl die Zahl der auf jedes Bundesland entfallenden Mandate als „Sitzkontingent“ festgelegt; dieses bemisst sich an der deutschen Bevölkerung des Landes und entspricht etwa der doppelten Anzahl der Wahlkreise. Liegen die Wahlergebnisse vor, werden die Sitze zunächst in den Ländern auf die Landeslisten der Parteien verteilt und dann für jede Partei zusammen mit etwaigen Überhangmandaten auf Bundesebene addiert. In einem weiteren Schritt wird die Zahl der Bundestagssitze durch Ausgleichsmandate so weit aufgestockt, dass die Sitzverteilung auf die Parteien exakt dem Verhältnis der Zweitstimmen entspricht und jede Partei bundesweit mindestens so viele Sitze erhält, wie für sie in der ersten Runde ermittelt wurden. Abschließend werden die Sitze jeder Partei wieder den Zweitstimmen gemäß auf die Länder unterverteilt. Da Überhangmandate erhalten bleiben müssen, kann es hierbei parteiintern – abweichend vom Zweitstimmenanteil – zur Verschiebung der Gewichte zwischen den Ländern kommen. Wie viele Sitze am Ende auf jedes Land entfallen, hängt jedoch auch von der Höhe der Wahlbeteiligung und folglich von dem für die Parteien verwertbaren Zweitstimmenaufkommen ab.

Bei der Bundestagswahl 2017 wurden insgesamt 709 Mandate vergeben, davon 299 in den Wahlkreisen und 410 über die Landeslisten. In dieser Zahl sind 46 Überhang- und 65 Ausgleichsmandate enthalten. Nordrhein-Westfalen als größtes Bundesland entsendet mit 142 Abgeordneten das stärkste Kontingent in den neugewählten Bundestag. Aus Bayern kommen 108, aus Baden-Württemberg 96 und aus Niedersachsen 66 Abgeordnete. Auf die übrigen sechs westdeutschen Länder entfallen zusammen 145 Sitze. Die ostdeutschen Länder (mit Berlin) sind mit 152 Abgeordneten im Bundestag vertreten.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2017
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