Mitglieder der Parteien in Deutschland

Mitglieder der Parteien in Deutschland

Infografik Nr. 095060

Eine Infografik zur Entwicklung bei den Parteimitgliedern der deutschen Parteien.

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Große Organisationen haben in der zunehmend individualistisch geprägten Welt von heute einen schweren Stand. Das gilt auch für die politischen Parteien. Seit der deutschen Einigung verloren die großen Parteien in Deutschland nicht nur an Wählerzustimmung, sie mussten darüber hinaus zum Teil massive Mitgliederverluste hinnehmen: Sei es durch Austritte, die nicht durch Neueintritte aufgewogen wurden, oder durch Sterbefälle, die bei einer alterslastigen Mitgliederstruktur stark ins Gewicht fallen können.

Der Politologe Oskar Niedermayer, Professor an der FU Berlin, dokumentiert diesen Prozess schon über lange Jahre. Nach den von ihm zusammengetragenen Daten schrumpfte die Mitgliederzahl der SPD zwischen 1990 und 2019 um mehr als die Hälfte – von 943 400 auf 419 340. Ein Zugewinn im Wahljahr 2017 blieb die Ausnahme. Bei der CDU waren die Verluste nicht ganz so einschneidend, aber auch sie büßte in diesem Zeitraum fast die Hälfte ihrer Mitglieder ein – statt 789 600 (1990) waren es 2019 noch 405 820. 2008 überholte sie die SPD zum ersten Mal als mitgliederstärkste Partei der Bundesrepublik; seit 2016 lag die SPD jedoch wieder knapp vorn. Die ehemalige PDS verzeichnete in den 1990er Jahren einen dramatischen Aderlass, durch den ihr drei Viertel der ursprünglich 280 900 Mitglieder abhandenkamen. Im Zuge der Fusion mit der westdeutschen WASG gewann sie 2007-2009 – unter dem neuen Parteinamen Die LINKE – fast 18 000 Mitglieder hinzu. Ende 2019 hatte sie 60 860 Mitglieder in ihrer Kartei. Ähnlich wie die CDU konnte die FDP in Ostdeutschland aus dem Erbe einer ehemaligen Blockpartei Mitglieder hinzugewinnen, die ihr aber bald in großer Zahl wieder den Rücken kehrten. Deutliche Mitgliederverluste erlitt sie
dann als Regierungspartei ab 2010. In der Opposition war sie dagegen ab 2016 wieder im Aufwind. Ende 2019 hatte sie 65 480 Mitglieder, drei Fünftel weniger als 1990.

Vergleichsweise stabil hielt sich die CSU, deren Mitgliederzahl 2019 mit 139 130 um „nur“ 25% niedriger lag als 1990. Zugewinne verzeichneten dagegen die GRÜNEN, deren Mitgliederzahl sich von 41320 (1990) auf 96 490 (2019) steigerte – zuletzt (2018/19) mit hohen Zuwachsraten. Sie entsprechen am wenigsten dem Modell der Mitgliederpartei, wie es sich Ende des 19. Jh. in der sozialistischen Arbeiterbewegung herausbildete. Für die anderen gilt, dass sich der für die Mitgliederpartei charakteristische Zusammenhang zwischen sozialem Milieu, politisch-ideologischer Wertorientierung und organisatorischer Einbindung der Menschen mehr und mehr auflöst. Die AfD gab Ende 2019 einen Mitgliederstand von 34 750 an. Die hohen Zuwächse der Jahre 2016-2018 setzten sich in diesem Jahr nicht fort.

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