Mitglieder der Parteien in Deutschland 1990-2024

Mitglieder der Parteien in Deutschland 1990-2024

Infografik Nr. 095060

Seit der deutschen Einigung sind die Mitgliederzahlen der deutschen Parteien zumeist deutlich zurückgegangen. Wie andere Großorganisationen haben sie an Bindekraft verloren. Aber es gibt in jüngster Zeit auch entgegengesetzte Entwicklungen. Der Zeitraum von 1990 bis 2024 im Überblick  für Sie zum Download!

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Große Organisationen haben in der zunehmend individualistisch geprägten Welt von heute einen schweren Stand. Das gilt auch für die politischen Parteien. Seit der deutschen Einigung verloren die großen Parteien in Deutschland nicht nur an Wählerzustimmung, sie mussten darüber hinaus zum Teil massive Mitgliederverluste hinnehmen: Sei es durch Austritte, die nicht durch Neueintritte aufgewogen wurden, oder durch Sterbefälle, die bei einer alterslastigen Mitgliederstruktur stark ins Gewicht fallen können.

Der Politologe Oskar Niedermayer (FU Berlin) dokumentiert diesen Prozess schon über lange Jahre. Nach den von ihm zusammengetragenen Daten schrumpfte die Mitgliederzahl der SPD zwischen 1990 und 2024 um deutlich mehr als die Hälfte – von 943 400 auf 357 110. Ein Zugewinn im Wahljahr 2017 blieb die Ausnahme. Bei der CDU waren die Verluste nicht ganz so einschneidend, aber auch sie büßte in diesem Zeitraum mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder ein – statt 789 600 (1990) waren es 2024 noch 364 200. 2008 überholte sie die SPD zum ersten Mal als mitgliederstärkste Partei der Bundesrepublik und lag nach einigen Wechseln an der Spitze auch 2024 knapp vorn. Die ehemalige PDS verzeichnete in den 1990er Jahren einen dramatischen Aderlass, durch den ihr drei Viertel der ursprünglich 280 900 Mitglieder abhandenkamen. Im Zuge der Fusion mit der westdeutschen WASG gewann sie 2007-2009 – unter dem neuen Parteinamen Die LINKE – fast 18 000 Mitglieder hinzu. Ende 2024 hatte sie 58 530 Mitglieder in ihrer Kartei und profitierte in diesem Jahr von der hohen Zustimmung bei jungen Menschen. Ähnlich wie die CDU konnte die FDP in Ostdeutschland aus dem Erbe einer ehemaligen Blockpartei zunächst Mitglieder hinzugewinnen, die ihr aber bald in großer Zahl wieder den Rücken kehrten. Ab 2010 zeigten sich bei ihr Mitgliederverluste in Regierungs- und Zugewinne in Oppositionszeiten. Ende 2024 hatte sie noch 67 410 Mitglieder, drei Fünftel weniger als 1990. Vergleichsweise stabil hielt sich die CSU, deren Mitgliederzahl Ende 2024 mit 125 150 um „nur“ 33 % niedriger lag als 1990. Für die traditionellen Parteien gilt allgemein, dass sich der für eine Mitgliederpartei charakteristische Zusammenhang zwischen sozialem Milieu, politisch-ideologischer Wertorientierung und organisatorischer Einbindung der Menschen mehr und mehr auflöst.   

Langfristige Zugewinne verzeichneten dagegen die GRÜNEN mit einem Anstieg der Mitgliederzahl von 41 320 (1990) auf 155 300 (2024), zuletzt mit besonders hohen Zuwachsraten. Die AfD gab Ende 2024 einen Mitgliederstand von 58 530 an. Auch sie erzielte in einer Zeit internationaler Krisen, wirtschaftlicher Stagnation und zunehmender Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik zuletzt hohe Zuwächse. 

Ausgabe: 05/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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