Die Dauer des Arbeitslebens

Die Dauer des Arbeitslebens

Infografik Nr. 726295

Im Rahmen ihrer Strategie „Europa 2020“ strebt die Europäische Union eine deutliche Steigerung der Beschäftigung an: Am Ende des Jahrzehnts sollen 75% der EU-Bürger zwischen 20 und 64 Jahren aktiv im Erwerbsleben stehen.

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Im Rahmen ihrer Strategie „Europa 2020“ strebt die Europäische Union eine deutliche Steigerung der Beschäftigung an: Am Ende des Jahrzehnts sollen 75% der EU-Bürger zwischen 20 und 64 Jahren aktiv im Erwerbsleben stehen. Ein so hoher Beschäftigungsstand würde auch bei der Bewältigung anderer sozial- und wirtschaftspolitischer Aufgaben helfen. Er würde die Wettbewerbsfähigkeit der EU auf dem Weltmarkt verbessern‚ die regionalen Unterschiede innerhalb der EU abmildern und die Armutsbekämpfung erleichtern. Und er wäre der starke Pfeiler‚ den es braucht‚ um die Lasten einer alternden Gesellschaft zu tragen.

Nach Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise und der nachfolgenden Eurokrise erreichte die Beschäftigungsquote in der EU 2017 mit 72‚2% ihren vorerst höchsten Stand. Es sind also noch weitere Anstrengungen erforderlich‚ um das gemeinsame Beschäftigungsziel zu erreichen. Ein Faktor‚ der mit der Beschäftigungsquote in enger Verbindung steht‚ ist die Dauer des aktiven Arbeitslebens. Diese wird in jüngeren Jahren durch die Länge der Ausbildung eingegrenzt und bei den älteren Jahrgängen durch den Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand. Darüber hinaus wird sie durch Zeiten der Arbeitslosigkeit verkürzt. Bei Frauen fällt auch die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit durch Phasen der Kindererziehung ins Gewicht. Hinzu kommt‚ dass Frauen in einzelnen EU-Ländern traditionell weniger stark in den Arbeitsmarkt eingegliedert sind.

Werden all diese Aspekte nach dem Stand von 2017 berücksichtigt‚ haben die EU-Bürger im Alter von 15 Jahren ein aktives Arbeitsleben von 35‚9 Jahren vor sich. Männer sind im Durchschnitt noch 38‚3 Jahre tätig‚ Frauen noch 33‚4 Jahre. Seit dem Jahr 2000 hat sich die zu erwartende Zeitspanne aktiver Arbeit in der EU um durchschnittlich 3‚0 Jahre verlängert – für Männer um 1‚9 Jahre‚ für Frauen um 4‚2 Jahre. Darin spiegelt sich besonders die zunehmende Erwerbsbeteiligung der Frauen.

Die Unterschiede zwischen den EU-Ländern sind aber nach wie vor groß. So wird in den nordeuropäischen Ländern besonders lange gearbeitet: Schweden liegt mit 41‚7 Jahren aktiven Arbeitslebens an der Spitze der EU-Länder. Die Niederlande (40‚1 Jahre) ‚ Großbritannien (38‚9 Jahre) und Deutschland (38‚4 Jahre) rangieren ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. In Italien‚ am anderen Ende der Skala‚ ist ein durchschnittliches Arbeitsleben dagegen um rund 10 Jahre kürzer als in Schweden – bedingt durch die vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit und die stärkere Bindung der Frauen an Haushalt und Familie.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2018
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