Verpackungsabfall

Verpackungsabfall

Infografik Nr. 755060

Verpackungsabfall

Die europäischen Verbraucher müssen sich umstellen: Kunststofftragetaschen, die in den Geschäften bislang oft gratis abgegeben wurden, kosten auf einmal Geld. Und imm ...

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Verpackungsabfall

Die europäischen Verbraucher müssen sich umstellen: Kunststofftragetaschen, die in den Geschäften bislang oft gratis abgegeben wurden, kosten auf einmal Geld. Und immer häufiger werden die Einkäufe erst gar nicht in Plastiktüten verpackt. Hinter diesen Veränderungen steht eine Richtlinie der EU, mit der erreicht werden soll, dass der Verbrauch an leichten Kunststofftragetaschen in den nächsten Jahren drastisch reduziert wird. Ziel ist es, die Vermüllung der Landschaft und der Gewässer durch Plastiktüten einzuschränken und die Verschwendung wertvoller Ressourcen zu begrenzen.

Die Plastiktüten-Richtlinie von 2015 gehört zu einer ganzen Reihe von Beschlüssen, in denen sich die europäische Gemeinschaft seit den frühen 1980er Jahren mit den Problemen des Verpackungsabfalls auseinandersetzte. Kerndokument ist die Verpackungs-Richtlinie von 1994, die durch die jüngste Richtlinie lediglich ergänzt wird. Die in ihr vorgeschriebenen Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass weniger Verpackungsabfälle entstehen und diese Abfälle recycelt, wiederverwendet oder in anderer Weise verwertet werden. Ein neuer Gesetzgebungsvorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass für Verpackungsabfälle bis zum Jahr 2030 eine Recycling-Quote von 75 % zur Pflicht gemacht wird.

Was die mengenmäßige Entwicklung des Verpackungsabfalls in der EU angeht, sind die Erfolge bisher allerdings bescheiden: 2005 fielen in der EU-27 insgesamt 79,0 Mio t Verpackungsabfälle aus Papier, Pappe, Glas, Plastik, Holz und Metall an. 2008 waren es bereits 81,5 Mio t. Die Wirtschaftskrise des folgenden Jahres zog einen Rückgang auf 76,6 Mio t nach sich. Seitdem steigt die Abfallmenge aber wieder: 2013 bezifferte sie sich (für die EU-28) auf 79,6 Mio t. Vom Gesamtgewicht des Verpackungsabfalls entfielen zuletzt 32,3 Mio t auf Papier und Pappe, 15,7 Mio t auf Glas, 15,0 Mio t auf Plastikverpackungen, 11,9 Mio t auf Holz und 4,5 Mio t auf Metall. Im Ganzen wurden 61 % dieser Abfälle recycelt und 73 % verwertet (einschließlich der Energiegewinnung durch Verbrennen).

Rechnet man die Abfallzahlen auf die Bevölkerung um, ist über den Zeitraum von 2005 bis 2013 ein leichter Rückgang festzustellen: Produzierten die EU-Bürger 2005 noch durchschnittlich 161 kg und 2007/08 sogar 164 kg Verpackungsmüll, so waren es 2013 „nur“ noch 157 kg pro Kopf. Doch bestanden große Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Staaten. Während die ost- und südosteuropäischen Länder durchweg geringere Abfallmengen produzierten (Kroatien z.B. nur 47 kg pro Kopf), waren es in Deutschland 210 kg. Die Bundesrepublik wies mit fast 98 % allerdings auch die höchste Verwertungsrate auf.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2016
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