Europa setzt auf erneuerbare Energien
Infografik Nr. 755032
Während sich die USA vom Klimaschutz abwenden, hält die EU an der Senkung der Treibhausgas-Emissionen fest. Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität spielt der Ausbau der erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle. Für 2030 hat sich die EU dazu ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Wichtig zu wissen: welchen Anteil haben die erneuerbaren Energien in den einzelnen EU-Ländern heute?
Am 27.1.2026 wurde der Austritt der USA aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen wirksam. Mit der Rücknahme des Endangerment Finding, der offiziellen Feststellung, dass Treibhausgase Gesundheit und Wohlergehen der Menschen gefährden, leitete die Trump-Regierung Anfang 2026 auch die Abschaffung konkreter Klimaschutzmaßnahmen ein. Demgegenüber hält die Europäische Union an ihren Klimaschutzzielen fest – wenn auch nicht immer mit der von Kritikern geforderten Konsequenz. Im Dezember 2025 einigten sich Rat und Parlament auf ein Zwischenziel auf dem Weg zu einer klimaneutralen EU: Bis 2040 sollen die Netto-Treibhausgasemissionen um 90% gegenüber 1990 gesenkt werden.
Ein wichtiger Teilaspekt der europäischen Klimaschutzpolitik ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Die im Jahr 2023 überarbeitete Erneuerbare-Energien-Richtlinie sieht vor, dass der Anteil der Erneuerbaren am Energie-Endverbrauch der EU bis 2030 auf mindestens 42,5% erhöht und ein Anstieg darüber hinaus auf 45% angestrebt wird. Darüber hinaus wurden Zielvorgaben für die großen Verbrauchssektoren festgelegt: die Industrie soll den Anteil erneuerbarer Energie jährlich um 1,6% steigern; Gebäude sollen 2030 zu 42% aus erneuerbaren Energien versorgt werden; im Verkehr sollen 29% des Verbrauchs aus Erneuerbaren stammen oder mindestens 14,5% der Treibhausgasemissionen eingespart werden.
Für das Jahr 2020 hatte sich die EU vorgenommen, 20% des Brutto-Endenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken. (Brutto-Endenergie = die von den Verbrauchern direkt einsetzbare Form der Energie wie Strom, Kraftstoff oder Erdgas, zuzüglich der bei ihrer Produktion und Verteilung anfallenden Umwandlungs- und Leitungsverluste). Dieses Ziel wurde mit 22% noch übertroffen. Für 2030 visierte die EU zunächst einen Zielwert von 32 % Erneuerbaren an. Die von der Europäischen Kommission unter dem klimapolitisch ehrgeizigeren Green Deal bereits geplante Anhebung dieses Ziels wurde durch den russischen Angriff auf die Ukraine überholt. Der REPowerEU-Plan der Kommission vom Mai 2022 setzte auf eine Dreifach-Strategie: Zusätzlich zur Steigerung des Erneuerbaren-Anteils, wie sie dann 2023 beschlossen wurde, sah sie Energieeinsparungen und die Erweiterung der Bezugsquellen vor, um dadurch die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu reduzieren.
Auf dem Weg zu den hochgesteckten Zielen für das Jahr 2030 erreichte die EU 2024 einen durchschnittlichen Anteil der erneuerbaren Energien von 25,2%. Schweden meldete mit 62,8% den höchsten Wert, Belgien mit 14,3% den niedrigsten. Deutschland rangierte mit 22,5% in der unteren Hälfte des Tableaus.
| Ausgabe: | 03/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |