Europa setzt auf erneuerbare Energien

Europa setzt auf erneuerbare Energien

Infografik Nr. 755032

Im Dezember 2008 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf ein anspruchsvolles "Klimapaket" zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Teil dieses Pakets ist eine Richtlinie, die den Mitgliedstaaten verbindliche Ziele für den Einsatz erneuerbarer Energien vorgibt.

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Die Europäische Union will ihre führende Rolle in der internationalen Klimaschutzpolitik behalten. Im Dezember 2008 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf ein anspruchsvolles "Klimapaket" zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Teil dieses Pakets ist eine Richtlinie, die den Mitgliedstaaten verbindliche Ziele für den Einsatz erneuerbarer Energien vorgibt.

Das 20 %-Ziel für 2020 gilt für die gesamte EU: Demnach soll der Anteil erneuerbarer Energien am durchschnittlichen Endenergieverbrauch der EU-28 bis zum Jahr 2020 auf 20 % steigen. (Endenergie ist die aus den Primärenergieträgern durch Umwandlung gewonnene, vom Verbraucher direkt einsetzbare Form der Energie, z.B. Strom, Benzin, Erdgas). Auf dem Weg zum 20 %-Ziel hat die EU erkennbare Fortschritte gemacht: Im Jahr 2016 wurden rund 17 % des gesamten Endenergieverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Quellen wie Wasserkraft, Windkraft oder Biomasse gespeist – 2005 lag dieser Anteil noch bei 9 %.

Das von der EU angestrebte Gesamtziel schlüsselt sich auf in nationale Zielwerte für die einzelnen Mitgliedstaaten. Bei deren Festlegung wurden die Ausgangslage, das Potenzial an erneuerbaren Energien und die wirtschaftliche Leistungskraft jedes Landes berücksichtigt. An der Spitze steht Schweden, das den ambitionierten Zielwert von 49 % sogar schon überschritten hat: 2016 wurde dort mehr als die Hälfte (54 %) des Endenergiebedarfs auf erneuerbarer Basis gewonnen. Der zweithöchste Zielwert ist für Lettland vorgesehen (40 %); es folgen Finnland (38 %) und Österreich (34 %). Die niedrigsten Beiträge werden von Malta (10 %), Luxemburg (11 %) sowie Belgien, Ungarn und Tschechien (je 13 %) erwartet. In Deutschland soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 18 % ansteigen; 2016 lag er bei 15 %, 2017 bei 15,6 %.

Die festgelegten Ziele decken alle Bereiche der Energienutzung ab – vom Stromverbrauch über den Wärme- und Kälteverbrauch bis zum Kraftstoffverbrauch. Es bleibt den einzelnen Staaten überlassen, wie sie die Gewichte zwischen diesen Bereichen aufteilen und auf welchen Wegen sie ihr Gesamtziel erreichen. Nur im Transportsektor ist für alle Staaten ein Anteil von mindestens 10 % erneuerbarer Energien vorgesehen. Jedes Land erstellt einen Aktionsplan, in dem es darlegt, wie es zum vorgegebenen Ziel gelangen will. Die nationale Abgrenzung der Ziele und der Aktionspläne schließt indes nicht aus, dass mehrere Staaten zusammenarbeiten, um gemeinsame Energieprojekte zu verwirklichen. Deutschland hat sich für 2020 vorgenommen, 35 % des Stromverbrauchs, 14 % des Wärme- und Kältebedarfs und 12 % des Kraftstoffbedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2018
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