Fraktionen im Europäischen Parlament

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Infografik Nr. 714051

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Fraktionen im Europäischen Parlament

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Fraktionen im Europäischen Parlament

Seit 1979 finden in der EU alle fünf Jahre direkte Wahlen zum Europäischen Parlament statt, zuletzt im Mai 2014. Die Wahl folgt den Prinzipien des Verhältniswahlrechts, das 1999 erstmals EU-weit angewandt wurde; für das Wahlverfahren im Einzelnen sind die nationalen Vorschriften maßgeblich. Im Parlament spielen die nationalen Trennlinien keine wesentliche Rolle mehr, da sie zur Zersplitterung und zur Schwächung der parlamentarischen Mitsprache führen würden. Die Abgeordneten organisieren sich daher nicht in nationalen Gruppen, sondern in länderübergreifenden politischen Fraktionen. Zur Bildung einer Fraktion sind 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Mitgliedstaaten erforderlich.

Die Zahl der Abgeordneten aus den einzelnen Mitgliedstaaten variiert mit der Größe des jeweiligen Landes. Nach dem Vertrag von Lissabon stehen jedem Mitgliedstaat mindestens 6 und maximal 96 Abgeordnete zu. Die Gesamtzahl liegt seit der Europawahl 2014 bei 751 Abgeordneten. Diese sind in sieben Fraktionen zusammengeschlossen. Größte Fraktion ist die • christlich-demokratische Europäische Volkspartei (EVP) mit 221 Abgeordneten. Sozialdemokraten und italienische Linksdemokraten arbeiten in der • Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) zusammen, die als einzige Fraktion Abgeordnete aus allen 28 Mitgliedstaaten umfasst – insgesamt 191. Die • Liberalen und Demokraten (ALDE) stellen 67 Abgeordnete. Auch die • Grünen/EFA und die • Linkssozialisten/Kommunisten (Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke, GUE/NGL) sind in Fraktionsstärke vertreten.

Europaskeptiker und -gegner zogen nach der Europawahl von 2014 deutlich gestärkt ins Parlament ein. So wurde die Fraktion der • Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR) mit 70 Abgeordneten drittstärkste Kraft im Parlament. Die größte nationale Partei in dieser Gruppe sind die britischen Konservativen; auch die deutsche AfD hat sich der Fraktion angeschlossen. In der Fraktion • Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD) geben die britische UKIP und die italienische M5S von Beppe Grillo den Ton an. Zahlreiche Europagegner finden sich auch unter den fraktionslosen Abgeordneten. Zu nennen ist hier vor allem der französische Front National (23 Abgeordnete).

Als Parlamentspräsident für die erste Hälfte der Legislaturperiode wurde erneut der Deutsche Martin Schulz gewählt. Er war in der Europawahl als Spitzenkandidat der S&D für das Amt des Kommissionspräsidenten angetreten. In dieses Amt wählte das Parlament (auf Vorschlag des Rates) seinen Konkurrenten Jean-Claude Juncker (EVP), den Spitzenkandidaten der stärksten Fraktion.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 07/2014
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