Das Europäische Parlament

Das Europäische Parlament

Infografik Nr. 714050

Das Europäische Parlament

Aus der 1952 gegründeten Parlamentarischen Versammlung der Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) ging Anfang 1958, als die Verträge über die Europäis ...

Verfügbare Produktformate:

Das Europäische Parlament Aus der 1952 gegründeten Parlamentarischen Versammlung der... mehr
Mehr Details zu "Das Europäische Parlament"

Das Europäische Parlament

Aus der 1952 gegründeten Parlamentarischen Versammlung der Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) ging Anfang 1958, als die Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) in Kraft traten, das für alle drei Gemeinschaften zuständige Europäische Parlament hervor. Es zählte zunächst 142 Mitglieder, die von den nationalen Parlamenten der damals sechs Partnerländer bestimmt wurden. 1979 erfolgte die erste Direktwahl durch die Bürgerinnen und Bürger der EU-Mitgliedstaaten. Die Zahl der Abgeordnetensitze wuchs mit jeder Erweiterung der Gemeinschaft, bis der Vertrag von Nizza (2003) eine Obergrenze festlegte. Ab der Wahlperiode 2014- 2019 besteht das Parlament aus 751 Abgeordneten, wie im Lissabon-Vertrag festgelegt.

Die in den einzelnen Staaten gewählten Abgeordneten gruppieren sich im Parlament nicht nach ihrer nationalen Herkunft, sondern schließen sich in länderübergreifenden politischen Fraktionen zusammen. Parlamentarische Alltagsarbeit leisten die ständigen Ausschüsse, in denen politische Sachfragen vorgeklärt und die Plenardebatten durch Berichte und Entschließungsanträge vorbereitet werden. Die Leitung des Parlaments liegt in den Händen eines Präsidiums, das jeweils 2½ Jahre amtiert. Das Präsidentenamt wechselt dabei traditionell zwischen den beiden größten Fraktionen. Für die erste Hälfte der Wahlperiode 2014-2019 wurde erneut Martin Schulz (S&D/SPD) zum Parlamentspräsidenten gewählt.

Zur vieldiskutierten Frage des Parlamentssitzes fällte der Edinburgher Gipfel 1992 eine Entscheidung: Danach hält das Plenum seine regulären monatlichen Sitzungen und die Haushaltsberatungen in Straßburg ab; zusätzliche Plenartagungen finden in Brüssel statt, wo auch die Ausschüsse tagen; die Parlamentsverwaltung hat ihren Sitz in Luxemburg. Diese Regelung bleibt allerdings umstritten.

Die Rolle des Europäischen Parlaments ist mit der einer nationalen Volksvertretung nicht voll vergleichbar. Anfänglich beschränkte sie sich auf die eines bloßen Meinungsforums. Seit dem Vertrag von Maastricht wurde die Stellung des Parlaments aber mehrfach aufgewertet. So kann es mittlerweile in fast allen Bereichen der europäischen Politik als Gesetzgebungsorgan (neben dem Rat) mitbestimmen und verfügt in einigen Fragen sogar über ein faktisches Vetorecht. Häufig versteht sich das Parlament – über die nationalen und parteipolitischen Trennlinien hinweg – als Vertretung gemeinsamer europäischer Interessen und damit als Gegenpol zum Rat, in dem die Vertreter der nationalen Regierungen das Wort haben. Mit wachsendem Selbstbewusstsein lässt es sich daher auch auf Machtproben mit dem Rat ein.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
eps: eps-Version
Ausgabe: 07/2014
Zuletzt angesehen