Internationale Migration

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In den letzten Jahrzehnten verließen Millionen von Menschen ihre Heimat, um sich dauerhaft in einem anderen Land niederzulassen. Diese internationale Migrat ...

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Internationale Migration

In den letzten Jahrzehnten verließen Millionen von Menschen ihre Heimat, um sich dauerhaft in einem anderen Land niederzulassen. Diese internationale Migration ist ein in seinen Ausmaßen und seiner Bedeutung wachsendes Phänomen. Nach Angaben der UN Population Division lebten 2015 weltweit rund 244 Mio Menschen nicht in ihrem Geburtsland; seit 1990 ist die Zahl der Migranten um 91 Mio (60 %) gestiegen. Hinzu kommt eine schwer schätzbare Dunkelziffer von Menschen, die sich illegal in einem fremden Land aufhalten.

Begünstigt wird der Anstieg grenzüberschreitender Wanderungsbewegungen durch die Globalisierung: Die zunehmende Verflechtung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und die Verbilligung des Transports machen räumliche Entfernungen leichter überwindbar; Medien wie Fernsehen oder Internet sorgen für Information und verringern die kulturelle Distanz. Ausmaß und Richtung der Wanderungsströme werden dabei von unterschiedlichen Triebkräften bestimmt: • wirtschaftliche Ungleichgewichte verstärken den Anreiz zur Abwanderung in Länder mit höheren Pro-Kopf-Einkommen und einem insgesamt besseren Lebensstandard; das starke • Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern hat einen Überschuss an Arbeitskräften zur Folge; auch • politische Instabilität und gewaltsame Konflikte oder • Umweltprobleme wie Wüstenbildung und Wasserknappheit können erhöhten Auswanderungsdruck erzeugen. Auf der anderen Seite wird die Zuwanderung durch offenere Grenzen erleichtert und der in manchen Ländern bestehende • Bedarf an Arbeitskräften übt eine starke Anziehungskraft aus.

Aus den aktuellen Bestandszahlen der Zuwanderer lassen sich einige wichtige Aspekte des internationalen Wanderungsgeschehens ablesen: • Im globalen Durchschnitt befinden sich fast drei Viertel (72 %) der Zuwanderer im arbeitsfähigen Alter, aber weniger als 60 % der einheimischen Bevölkerung in den Aufnahmeländern. • Die meisten Migranten (64 %) sind aus einem Land mit mittlerem Einkommen ausgewandert. Die Mehrzahl von diesen wiederum lebt in einem Land mit hohem Einkommen. • Aus den grenzüberschreitenden Wanderungen innerhalb einer Weltregion wies Asien 2015 den größten Bestand an Migranten auf (59 Mio). Ein beträchtlicher Teil davon ging auf die Arbeitsmigration von Südasien (Indien, Bangladesch, Pakistan) in die Ölstaaten am Persischen Golf zurück. • Zwei Drittel (67 %) aller internationalen Migranten leben in nur zwanzig Ländern. Als Land mit den meisten Zuwanderern (47 Mio) lagen die USA 2015 an erster Stelle – weit vor Deutschland und Russland (mit jeweils 12 Mio).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2016
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