Wie hoch sind die Renten?

Wie hoch sind die Renten?

Infografik Nr. 149450

Die meisten Menschen in Deutschland sind im Alter auf Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen. Ende 2017 wurden von den Rentenkassen rund 20 Millionen Renten wegen Alters oder verminderter Erwerbsfähigkeit ausgezahlt. Über die Höhe der Renten herrschen in der Öffentlichkeit aber oft unklare Vorstellungen.

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Die meisten Menschen in Deutschland sind im Alter auf Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen. Ende 2017 wurden von den Rentenkassen rund 20 Millionen Renten wegen Alters oder verminderter Erwerbsfähigkeit ausgezahlt. Über die Höhe der Renten herrschen in der Öffentlichkeit aber oft unklare Vorstellungen. Die häufig zu Vergleichszwecken angeführte Standardrente belief sich 2017/18 (nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge) auf rund 1.243 € in Westdeutschland und 1.189 € in Ostdeutschland. Sie setzt aber voraus, dass ihr Empfänger zuvor 45 Jahre lang das Durchschnittseinkommen aller Versicherten bezogen und dafür Beiträge gezahlt hat – eine Bedingung, die von den meisten Versicherten nicht erfüllt wird. Die tatsächlichen Rentenzahlbeträge lagen denn auch wesentlich niedriger: bei durchschnittlich 828 € im Westen und 1.017 € im Osten (Ende 2017).

Doch auch diese Angaben müssen näher betrachtet werden. So sind die Renten der Männer im Allgemeinen deutlich höher als die der Frauen. Während die westdeutschen Rentnerinnen Ende 2017 im Durchschnitt nur 633 € erhielten, bekamen die Rentner 1.066 € ausgezahlt – zwei Drittel mehr. In Ostdeutschland bezogen die Rentnerinnen im Durchschnitt 920 €, die Rentner 1.145 €. Die höheren Zahlbeträge im Osten erklären sich im Wesentlichen aus den längeren Versicherungszeiten: Ende 2017 blickten dort 90 % der Rentner und 73 % der Rentnerinnen auf 40 und mehr Versicherungsjahre zurück, während im Westen nur 74 % der Männer und sogar nur 26 % der Frauen so lange versichert waren. Diese Unterschiede der Versicherungsdauer schlagen bei der Rentenberechnung so stark zu Buche, dass sie auch durch den höheren "Wert" eines in Westdeutschland zurückgelegten Versicherungsjahrs nicht wettgemacht werden (2017/18 erbrachte ein Beitragsjahr eines Durchschnittsverdieners im Westen 31,03 €, im Osten 29,69 € Monatsrente).

Viele westdeutsche Rentnerinnen waren nur kurzzeitig oder mit großen Unterbrechungen berufstätig; auch deshalb bezog Ende 2017 mehr als jede dritte (38 %) eine Alters- oder Erwerbsunfähigkeitsrente von weniger als 450 €. In Ostdeutschland lagen die Renten für fast die Hälfte der Frauen zwischen 750 und 1.050 €. Durch die 2014 eingeführte "Mütterrente" wurden die Rentenbezüge vieler Frauen deutlich angehoben. Die typischen Rentenzahlbeträge für die ostdeutschen Männer bewegten sich im Bereich zwischen 750 und über 1.350 €, während bei den westdeutschen Männern entsprechend den unterschiedlichen Erwerbsbiographien sowohl Beträge über 1.350 € als auch unter 450 € häufig anzutreffen waren.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2018
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