Treibhausgas-Emissionen

Treibhausgas-Emissionen

Die in der Erdatmosphäre enthaltenen Treibhausgase haben die Eigenschaft, die von der Erdoberfläche zurückgeworfene Sonnenwärme zu absorbieren und wieder abzustrahlen, so dass sie die Lufthülle der Erde wie in einem Treibhaus erwärmt. Durch menschliche Einwirkung hat sich dieser Treibhauseffekt jedoch über sein natürliches Maß hinaus verstärkt.

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Die in der Erdatmosphäre enthaltenen Treibhausgase haben die Eigenschaft, die von der Erdoberfläche zurückgeworfene Sonnenwärme zu absorbieren und wieder abzustrahlen, so dass sie die Lufthülle der Erde wie in einem Treibhaus erwärmt. Durch menschliche Einwirkung – vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger – hat sich dieser Treibhauseffekt jedoch über sein natürliches Maß hinaus ver-stärkt. Infolgedessen steigt die Temperatur an der Erdoberfläche und das Klima verändert sich, mit noch unabsehbaren Folgen für das Leben auf diesem Planeten.

Seit Beginn der 1990er Jahre gibt es internationale Bestrebungen, den durch menschliche Tätigkeit verursachten Treibhauseffekt einzudämmen und so den Klimawandel aufzuhalten. Das Kyoto-Protokoll von 1997 verpflichtete die beteiligten Industriestaaten, die Emission der wichtigsten Treibhausgase – umgerechnet in CO2-Äquivalente – im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich 5,2 % gegenüber dem Jahr 1990 zu verringern. Das Reduktionsziel bezog sich auf sechs Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (Distickstoffoxid, N2O) und die sogenannten F-Gase: wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), Schwefelhexafluorid (SF6). Für die Folgeperiode des Kyoto-Protokolls (2013 -2020) kam Stickstofftrifluorid (NF3) als weiteres Treibhausgas hinzu.

Das durch menschliche Aktivitäten entstehende Kohlendioxid, wie es vor allem bei der Nutzung fossiler Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) freigesetzt wird, ist das mengenmäßig bedeutendste Treibhausgas. Methan entsteht beim Abbau organischen Materials unter Luftabschluss, vor allem in der Landwirtschaft, in Klärwerken und Mülldeponien. Lachgas ist u.a. auf den Abbau stickstoffhaltigen Düngers im Boden zurückzuführen; es ist wesentlich „treibhauswirksamer“ als Kohlendioxid. Dies gilt in noch höherem Maß für die in der Natur nicht vorkommenden, industriell erzeugten Fluorkohlenwasserstoffe, die etwa als Kühl- oder Löschmittel dienen.

In Deutschland beliefen sich die Treibhausgas-Emissionen 1990 auf rund 1 251 Mio Tonnen CO2-Äquivalente. Dieser Wert konnte im Lauf der 1990er Jahre durch Schließung veralteter Kraftwerke und Industrieanlagen der früheren DDR deutlich gedrosselt werden. 2008 wurde das Kyoto-Ziel von 974 Mio t erreicht. Zuletzt setzte sich der Rückgang allerdings nicht mehr fort. 2017 lagen die Emissionen mit 907 Mio t um knapp 28 % niedriger als 1990. Soll das Minderungsziel von 55 % bis 2030 erreicht werden, sind deutlich größere Anstrengungen, auch in den Bereichen Verkehr und Landwirtschaft, erforderlich.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2019
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