Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit

Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit

Infografik Nr. 258227

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Zur Messung der Lage am Arbeitsmarkt sind unterschiedliche Verfahren und Methoden in Gebrauch. Als zentrale Kennzahl dient die registrierte Arbeitslosigkeit. Sie erfasst Personen, die sich bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter als arbeitslos gemeldet haben, im erwerbsfähigen Alter sind (zwischen 15 Jahren und der Regelaltersgrenze), vorübergehend nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen, eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden suchen und der Vermittlung durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter zur Verfügung stehen.

Zwischen 2010 und 2019 sank die registrierte Arbeitslosigkeit in Deutschland von durchschnittlich 3,24 auf 2,27 Mio. Im Pandemiejahr 2020 stieg sie auf 2,70 Mio, im Oktober 2021 lag sie bei 2,38 Mio. Aber die offizielle Arbeitslosenstatistik bildet nur einen Teil der Beschäftigungsprobleme ab. Die tatsächlich bestehende Lücke am Arbeitsmarkt ist deutlich größer. So errechnet die Bundesagentur für Arbeit das Ausmaß der Unterbeschäftigung, indem sie neben den registrierten Arbeitslosen weitere Personen berücksichtigt, deren Status nicht weit von dem der Arbeitslosigkeit entfernt ist: so unter anderem Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Beschäftigte in Ein-Euro-Jobs, kurzfristig Erkrankte, mit Gründungszuschüssen geförderte Selbstständige sowie ältere Personen, die nach einem Jahr Hartz-IV-Bezug nicht mehr als Arbeitslose gelten. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung soll der Mangel an regulärer Beschäftigung in der deutschen Volkswirtschaft möglichst umfassend abgebildet werden. 2010 lag er mit 4,72 Mio um 45 % über der Zahl der registrierten Arbeitslosen. Die Unterbeschäftigungsquote belief sich im Jahresdurchschnitt auf 11,1 %. Für Oktober 2021 meldete die Bundesagentur noch 3,14 Mio Unterbeschäftigte und eine Quote von 6,7 % (gemessen an der Zahl der zivilen Erwerbspersonen). Die Unterbeschäftigung, die sich aus Arbeitsausfällen durch Kurzarbeit ergibt, ist darin noch nicht enthalten.

Noch etwas weiter greifen Berechnungen und Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die sich mit den Daten zur Unterbeschäftigung aber teilweise überschneiden. Sie umfassen auch die Stille Reserve des Arbeitsmarkts, darunter Personen, die nicht als Arbeitslose registriert sind und auch nicht an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, aber nach einem Arbeitsplatz suchen, und andere, die nach Fehlschlägen die aktive Suche aufgegeben haben, doch unter günstigen Umständen durchaus gern arbeiten würden. Zu dieser Stillen Reserve im engeren Sinn gehörten 2020 im Jahresdurchschnitt rund 250 000 Personen.

Ausgabe: 12/2021
Reihe: 53
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