Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt

Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt

Infografik Nr. 264336

Im August oder September beginnt üblicherweise das neue Ausbildungsjahr für die Lehre im dualen System. Eine vorläufige Bilanz zum 30. September eines Jahres zeigt dann, wie viele neue Ausbildungs ...

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Im August oder September beginnt üblicherweise das neue Ausbildungsjahr für die Lehre im dualen System. Eine vorläufige Bilanz zum 30. September eines Jahres zeigt dann, wie viele neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Aus ihr geht aber auch hervor, wie viele Bewerber immer noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind und wie viele Ausbildungsplätze in Betrieben andererseits noch nicht besetzt werden konnten. Dass Nachfrage und Angebot auf dem Ausbildungsmarkt nicht zur Deckung gebracht werden können, bringt erhebliche Verluste mit sich – sowohl für die einzelnen Marktteilnehmer als auch für die Wirtschaft im Ganzen. Fehlt es an Lehrstellen, spricht man von Versorgungsproblemen, fehlt es an Ausbildungsinteressierten, von Besetzungsproblemen.

Wie aus einem Bericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) hervorgeht, wurden 2017 bis Ende September rund 507400 betriebliche Ausbildungsverträge unterschrieben. Bundesweit hatten zu diesem Zeitpunkt etwa 80200 Lehrstellenbewerber noch keinen Ausbildungsvertrag; gleichzeitig blieben 48900 Ausbildungsstellen offen, so viele wie seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr. Damit waren knapp 15 % der Bewerber noch unversorgt und 9 % der betrieblichen Lehrstellen noch nicht besetzt.

Solche Ungleichgewichte zu vermeiden, scheitert oft schon daran, dass regional ganz unterschiedliche, zum Teil gegensätzliche Bedingungen herrschen: Ein Überangebot an freien Lehrstellen in Oberbayern nützt wenig, wenn es im Ruhrgebiet an Ausbildungsplätzen fehlt. Zwar können Lehrstellenbewerber auch außerhalb der eigenen Region fündig werden, aber im Allgemeinen sind die jungen Leute in ihrer Mobilität noch eingeschränkt und suchen ihre Chancen deshalb doch nur in ihrem engeren lokalen oder regionalen Umkreis.

Neben den regionalen Disparitäten sind auch berufliche Ungleichgewichte der Grund dafür, dass Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt so weit auseinanderfallen. Die Ausbildungswünsche der Jugendlichen konzentrieren sich meist auf einige wenige Berufe, so dass Betriebe mit nicht so bekannten oder weniger „angesagten“ Lehrberufen oft empfindliche Besetzungsprobleme haben. Doch auch in großen Branchen bleiben Lehrstellen unbesetzt, so insbesondere in der Gastronomie, im Lebensmittelhandwerk, im Bau- und Baunebengewerbe sowie im Reinigungsgewerbe. Versorgungsprobleme gibt es andererseits oft in Medienberufen, im Sport- und Freizeitbereich, in der Laborantenausbildung und in der Tierpflege. In einigen dieser Berufe ging 2017 fast die Hälfte der Bewerber leer aus.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2018
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