Kosten der betrieblichen Berufsausbildung

Kosten der betrieblichen Berufsausbildung

Infografik Nr. 264485

Kosten der betrieblichen Berufsausbildung

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Kosten der betrieblichen Berufsausbildung

Einen Lehrling für seine berufliche Zukunft fit zu machen, ist für die ausbildenden Betriebe mit beträchtlichen Kosten verbunden. Andererseits ziehen sie aber auch ihren Nutzen daraus. Wie viel kostet es unterm Strich, eine Nachwuchskraft auszubilden, und was macht es lohnend für den Betrieb? Diesen Fragen geht das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) auf der Grundlage repräsentativer Betriebsbefragungen nach. Ergebnisse der dritten gesamtdeutschen Erhebung dieser Art &ndash für das Ausbildungsjahr 2012/13 – veröffentlichte das BIBB im März 2015.

Danach fielen bei der betrieblichen Berufsausbildung für jeden Lehrling im Durchschnitt Kosten von 17933 € pro Jahr an. In diesem Betrag sind neben den Ausbildungsvergütungen auch die Kosten des Ausbildungspersonals, die Anlage- und Sachkosten der Ausbildung und weitere Aufwendungen (für Lehr- und Lernmittel, externe Lehrgänge, Verwaltung usw.) berücksichtigt. Diesen Bruttokosten der Ausbildung standen jedoch auch Erträge von durchschnittlich 12535 € je Auszubildenden gegenüber. In den meisten Ausbildungsbetrieben werden die Lehrlinge nämlich Schritt für Schritt in die Produktion einbezogen und erbringen dabei verwertbare Leistungen. Werden die Erträge gegen die Bruttokosten aufgerechnet, blieben 2012/13 unter dem Strich noch durchschnittlich 5398 € je Auszubildenden als Nettokosten. Bei einem Viertel der Auszubildenden überwogen sogar schon während der Ausbildung die Erträge.

Vergleicht man die großen Ausbildungsbereiche miteinander, so verursachte die Ausbildung im Handwerk die niedrigsten Bruttokosten (15187 € je Azubi). Wesentlich höher waren sie im öffentlichen Dienst (19801 €) und im Bereich Industrie und Handel (19535 €). Die höchsten Nettokosten verzeichnete der öffentliche Dienst (mit 8032 €); dort können die Auszubildenden im Allgemeinen nur relativ geringe Erträge beisteuern. Nach wie vor große Unterschiede bestehen zwischen West- und Ostdeutschland: Im Westen standen den höheren Bruttokosten auch höhere Erträge gegenüber, so dass die Nettokosten für die dortigen Betriebe im Durchschnitt deutlich niedriger ausfielen als im Osten (5242 gegenüber 6314 €).

Dass sich die Investition in die betriebliche Ausbildung lohnt, zeigt sich bei der Einstellung neuer Mitarbeiter. Betriebe, die ihren Nachwuchs selber heranziehen, sparen im Vergleich zu einem nicht ausbildenden Betrieb die Kosten für die Rekrutierung und Einarbeitung firmenfremder Fachkräfte. Und weil sie ihre Nachwuchskräfte lange genug kennen, haben sie ein geringeres Fehlbesetzungsrisiko. Die Ausbildung ist für sie zudem ein wichtiges Mittel zur Sicherung ihres künftigen Fachkräftebedarfs.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 04/2015
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