Das Profil der Arbeitslosigkeit

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Im Jahr 2015 sanken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1991; zuvor waren sie seit 2006 fast kontinuie ...

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Das Profil der Arbeitslosigkeit

Im Jahr 2015 sanken Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1991; zuvor waren sie seit 2006 fast kontinuierlich zurückgegangen. Die Erwerbstätigkeit erreichte mit mehr als 43 Millionen Beschäftigten ihr bisher höchstes Niveau. Doch waren im Jahresdurchschnitt noch fast 2,8 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Bezogen auf die Gesamtzahl der arbeitsfähigen zivilen Erwerbspersonen entsprach das einer Quote von 6,4 %. Problematisch daran ist nicht nur die immer noch hohe Zahl der Arbeitslosen, sondern auch die Tatsache, dass sich Arbeitslosigkeit als Ergebnis eines Ausleseprozesses in bestimmten Problemgruppen des Arbeitsmarkts konzentriert: Ältere Arbeitnehmer, Ausländer und geringer Qualifizierte haben bei der Jobsuche schlechtere Karten und sind unter den Arbeitslosen deshalb prozentual stärker vertreten, als es ihrem Anteil an der Erwerbsbevölkerung entspricht. Zudem besteht auf dem Arbeitsmarkt auch 25 Jahre nach der deutschen Einigung noch eine deutliche Trennlinie zwischen West- und Ostdeutschland. Im Osten hat die Arbeitslosigkeit, bedingt durch die wirtschaftliche Strukturschwäche in großen Teilen der neuen Länder, nach wie vor ein größeres Ausmaß als im Westen, auch wenn die Lage von Region zu Region von diesem Gesamtbild abweichen kann.

Wie sich bei genauerer Analyse der Arbeitslosenstatistik zeigt, sind Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung deutlich im Nachteil. So fehlte im März 2016 fast der Hälfte (47 %) der bundesweit registrierten Arbeitslosen ein beruflich qualifizierender Abschluss. Von den aktiven Arbeitskräften hatten dagegen nur etwa 16 % keine Berufsausbildung.

Viele Arbeitsuchende sind nur für relativ kurze Zeit arbeitslos gemeldet, bis sie einen neuen Job antreten können. Schwieriger ist die Lage derjenigen, die auf der Suche nach einer Beschäftigung über längere Zeit erfolglos bleiben, so dass sich ihre Arbeitslosigkeit zu einem Dauerzustand verfestigt. 2015 waren bei deutlich verbesserter Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts im Durchschnitt 37 % der Arbeitslosen seit über einem Jahr ohne Arbeit. Bei diesen Langzeitarbeitslosen kommen oft mehrere Handicaps zusammen: Fehlende Ausbildung, Verlust erworbener Fähigkeiten auf Grund der langen Auszeit, Entwertung früherer Ausbildungsinhalte durch die technische Entwicklung, gesundheitliche Einschränkungen, unzureichende Deutschkenntnisse, beschränkte zeitliche Verfügbarkeit. Nur knapp ein Drittel aller Arbeitslosen bezieht Leistungen der Arbeitslosenversicherung nach SGB III; zwei Drittel, darunter der Großteil der Langzeitarbeitslosen, sind auf die Grundsicherung nach SGB II angewiesen (Stand März 2016).

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2016
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