Mineralische Rohstoffe: Sand und Kies

Mineralische Rohstoffe: Sand und Kies
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„Wie Sand am Meer“ heißt es, wenn etwas im Überfluss vorhanden ist. Aber Sand und Kies gehören selbst nicht zu den unerschöpflichen Gütern. Im Gegenteil: Da die Nachfrage nach diesen Rohstoffen weltweit zunimmt, stößt ihre Beschaffung immer häufiger auf Grenzen. Nach Schätzung der Vereinten Nationen werden derzeit jährlich rund 40 Milliarden Tonnen Sand und Kies verarbeitet: als Baustoff, insbesondere bei der Herstellung von Beton, zum Aufschütten von Inseln und Stränden, in der Glasindustrie, als Hilfsstoff bei der Ölgewinnung durch Fracking, als Filtermaterial und in vielen anderen Verwendungen. Ein Grund für die Knappheit von Sand liegt auch darin, dass nicht jedes Vorkommen geeignet ist: Der in den Wüsten der Erde vorhandene Sand taugt z.B. nicht als Baustoff, da die Sandkörner durch den Wind so glatt geschliffen sind, dass sie zu wenig Haftung aufweisen. Der Sand muss also aus Flussläufen und entlang der Küsten gewonnen werden, und dies geschieht häufig in rücksichtslosem Ausmaß und mit illegalen Methoden. So werden Flüsse ausgebaggert, Küstenstreifen abgetragen und Meeresböden abgesaugt – vor allem in Entwicklungsländern oft mit der Folge bleibender ökologischer Schäden.

Deutschland kann seinen großen Bedarf an Sand und Kies aus eigener Produktion decken. Es ist begünstigt durch ausgedehnte Lagerstätten entlang der großen Flussläufe – am Ober- und Niederrhein, südlich der Donau, an Elbe, Oder, Weser und Ems. Allerdings sind dem Abbau durch das Raumordnungs- und Naturschutzrecht Grenzen gesetzt und neue Abbauvorhaben stoßen oft genug auf den Widerstand der betroffenen Bürger. Sand- und Kiesgruben hinterlassen meist eine völlig veränderte Landschaft und ihr Flächenverbrauch ist gewaltig: Allein die Gewinnung von Bausand und Baukies nimmt jährlich eine Fläche von 9 qkm in Anspruch. Als Alternative käme für manche Verwendungszwecke die stärkere Nutzung von Recyclingmaterial in Frage, allerdings zu höheren Kosten.

Nach Zahlen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wurden in Deutschland 2015 rund 239 Mio t Sand und Kies gewonnen. Die Produktion gebrochener Natursteine belief sich auf 210 Mio t. Hochwertige Quarzsande und -kiese machten weitere 10 Mio t aus. Der größte Teil dieser Materialien (rund 95 %) wird für Bauzwecke verwendet: als Zuschlag für Frischbeton und Mörtel, bei der Herstellung von Betonfertigteilen, als Unterbau für Straßen, für den Straßenbelag usw. Die Produktion hängt deshalb unmittelbar von der Nachfrage der Bauwirtschaft ab. Rechnet man den Gesamtverbrauch von Sand und Kies auf die Bevölkerung um, entfallen auf jeden Einwohner der Bundesrepublik 5,5 Tonnen pro Jahr!

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2017
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