Abhängig von Energieimporten

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Stützten sich die Industrieländer Mitte des letzten Jahrhunderts noch ganz auf ihre heimischen Energiequellen, kommt heute kaum eines dieser Länder ohne Energieimporte aus. Auch Deutschland ist in hohem Maß von Energieeinfuhren abhängig. Die starke Abhängigkeit von Energieimporten birgt aber beträchtliche Risiken in sich, denn ein großer Teil der Lieferquellen befindet sich in politisch instabilen Regionen und die langen Importwege sind im Krisenfall schwer zu schützen. Darüber hinaus ist mit einer wachsenden Konkurrenz um die knappen Energierohstoffe und daher mit weiteren Preissprüngen zu rechnen.

Nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurden in Deutschland 2016 rund 70 % des gesamten Primärenergieverbrauchs durch Lieferungen aus dem Ausland sichergestellt; nur 30 % stammten aus inländischer Gewinnung. Bei der Versorgung mit Mineralöl, das allein ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs abdeckt, ist die Bundesrepublik fast ganz (zu 98 %) vom Ausland abhängig. Auch das Erdgas als zweitwichtigster Energieträger auf dem deutschen Markt kommt zum weit überwiegenden Teil (92 %) aus dem Ausland. Hauptbezugsquellen sind die Erdgaslagerstätten in Sibirien und in der Nordsee, mit denen Deutschland über Pipelines verbunden ist. Die eigenen Erdgasvorkommen in Norddeutschland decken immerhin noch 8 % des Bedarfs. Komplett vom Ausland abhängig ist die Versorgung mit Kernbrennstoffen. Nach dem Beschluss über den Ausstieg aus der Kernenergie wird sich die Bedeutung dieser Energiequelle bis 2022 aber schrittweise verringern.

Steinkohle steht in Deutschland theoretisch unbegrenzt zur Verfügung. Dennoch hat sie im Energiemix der Bundesrepublik stark an Bedeutung verloren. Wegen der hohen Förderkosten konnte sich die heimische Steinkohle seit den 1960er Jahren nur dank staatlicher Subventionen und Importsperren auf dem Energiemarkt behaupten. Nach Aufhebung der Einfuhrbarrieren Mitte der 1990er Jahre wurde sie in zunehmendem Maß durch Importkohle ersetzt, so dass die Versorgung mit diesem Energieträger 2016 bereits zu 93 % von Einfuhren abhängig war. Ganz auf inländische Quellen stützt sich Deutschland bei der Verwendung von Braunkohle, die vor allem zur Stromerzeugung dient.

Da die Kohleverstromung aus Gründen des Klimaschutzes auf Bedenken stößt, ist ein dauerhafter Beitrag zur Reduzierung der Energieimportabhängigkeit letztlich nur vom Ausbau der erneuerbaren Energien wie Wind-, Wasser-, Solarenergie oder Biomasse zu erwarten. Deren Anteil am Primärenergieverbrauch belief sich 2016 erst auf knapp 13 %; er soll bis 2050 jedoch auf mindestens 50 % steigen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2017
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