Nutzung der Windenergie

Nutzung der Windenergie

Infografik Nr. 370592

Nutzung der Windenergie

Windmühlen und Windräder zum Antrieb von Mahl-, Säge-, Hammerwerken und Wasserpumpen waren in Mitteleuropa seit dem 13. Jh. weit verbreitet. Im Zuge der Industr ...

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Nutzung der Windenergie

Windmühlen und Windräder zum Antrieb von Mahl-, Säge-, Hammerwerken und Wasserpumpen waren in Mitteleuropa seit dem 13. Jh. weit verbreitet. Im Zuge der Industrialisierung wurden sie jedoch von Dampfmaschinen, Turbinen und Motoren verdrängt: Mitte des 20. Jh. waren sie in Deutschland nur noch vereinzelt in Gebrauch. Erst die Energie- und Umweltkrise der 1970er und 1980er Jahre verhalf der Windenergie zu neuer Bedeutung – diesmal als Quelle zur Erzeugung von elektrischem Strom. Als Wind bezeichnet man die Luftbewegungen, die den durch Sonneneinstrahlung hervorgerufenen Druckunterschied zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten ausgleichen. Mit Hilfe moderner Windkraftanlagen (Konverter) lässt sich die in den strömenden Luftmassen enthaltene kinetische Energie in elektrische Energie umwandeln: Der Wind versetzt einen Rotor in Drehung; der treibt einen Strom erzeugenden Generator an. Da der Energiegehalt des Windes mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ansteigt (doppelt so schneller Wind ergibt achtfache Energie), kommen vor allem die Küstenregionen und exponierte Hügelketten im Binnenland, aber auch das küstennahe Meer als Standort in Frage.

Im Lauf der 1990er Jahre wuchs Deutschland in eine führende Position als Windstromproduzent hinein. Die Erzeugung von Windstrom in Deutschland erhielt ihren entscheidenden Schub durch das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2000. Das EEG verpflichtete die Stromnetzbetreiber unter anderem, den durch Windkraftanlagen erzeugten Strom abzunehmen und dafür 20 Jahre lang eine gesetzlich festgelegte Vergütung zu zahlen. Es wurde seitdem mehrfach novelliert, zuletzt im August 2014. Ein zentrales Ziel der EEG-Reform 2014 besteht darin, das Ausbautempo der erneuerbaren Energien zu steuern. Für die Windenergie an Land wurde ein Ausbaukorridor von jährlich 2500 Megawatt (MW) pro Jahr festgelegt. Beim Repowering, dem Ersatz älterer Windturbinen durch leistungsfähigere neue Anlagen, wird nur die zusätzlich geschaffene Kapazität auf diese Zielvorgabe angerechnet. Die Windkraftanlagen auf See sollen bis 2020 um insgesamt 6500 MW und bis 2030 um 15000 Megawatt ausgebaut werden.

Ende 2015 waren in der Bundesrepublik etwa 26770 Windkraftanlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 44950 Megawatt installiert, davon 41650 MW an Land und 3295 MW auf See (nur Anlagen mit Netzeinspeisung). Das Windstrom-Aufkommen entsprach 2015 mit 88 Milliarden Kilowattstunden bereits 13,5 % der gesamten Stromversorgung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2016
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