Strom - Energie per Draht

Strom - Energie per Draht

Infografik Nr. 370380

Elektrischer Strom ist aus Sicht der Verbraucher eine bequeme und saubere „Edelenergie“. Er bedarf keiner weiteren Umwandlung mehr und kann als Kraft-, Wärme- oder auch Lichtquelle eingesetzt werden. Er ist nach Bedarf jederzeit verfügbar und lässt sich exakt regeln und abrechnen. Der über viele Jahre zu beobachtende Verbrauchsanstieg resultiert auch aus den Strukturveränderungen in der Wirtschaft und aus dem Trend zu größerem Komfort im Haushalt.

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Gesamt-Energieverbrauch und Stromverbrauch in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre zeigen unterschiedliche Verläufe. Der Primärenergieverbrauch blieb bis 2006 annähernd konstant und ging seitdem deutlich zurück. Dagegen folgte der (Brutto-)Stromverbrauch bis 2007 einem steigenden Trend und verharrte danach auf hohem Niveau. 2019 erfolgte allerdings ein Knick nach unten.

Elektrischer Strom ist aus Sicht der Verbraucher eine bequeme und saubere „Edelenergie“. Er bedarf keiner weiteren Umwandlung mehr und kann als Kraft-, Wärme- oder auch Lichtquelle eingesetzt werden. Er ist nach Bedarf jederzeit verfügbar und lässt sich exakt regeln und abrechnen. Der über viele Jahre zu beobachtende Verbrauchsanstieg resultiert auch aus den Strukturveränderungen in der Wirtschaft – hin zu „sauberen“ Produktionsprozessen und zu den Dienstleistungen – und aus dem Trend zu größerem Komfort im Haushalt. 

Ähnlich wie der Stromverbrauch entwickelte sich die Brutto-Stromerzeugung. Sie lag 1991 bei 540 Mrd Kilowattstunden (kWh) und stieg ab Mitte der 1990er Jahre fast ununterbrochen – bis auf 642 Mrd kWh im Jahr 2008. Im Krisenjahr 2009 wurde dieser Aufwärtstrend mit einem Rückgang auf 597 Mrd kWh gestoppt. Dann gab es einen neuen Anstieg bis auf den Spitzenwert von 654 Mrd kWh im Jahr 2017. 2019 brach allerdings die Stromproduktion wieder ein – auf rund 612 Mrd kWh. Hauptgrund dafür war die sich eintrübende Industriekonjunktur. 

Im Hintergrund sind derweil die Strukturen der Stromerzeugung in Bewegung geraten. Stammten Anfang der 1990er Jahre 84 % der Stromerzeugung zu annähernd gleichen Teilen aus Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie und erst 3 % aus erneuerbaren Energien, so haben sich die Gewichte seitdem deutlich verschoben. 2019 trugen die Erneuerbaren bereits 40 % zur Stromproduktion bei, ebenso viel wie Kohle und Kernenergie zusammen. Und weitere Verschiebungen sind absehbar: Der Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022 ist beschlossene Sache und bis 2038 sollen auch die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Damit werden künftig aber die bisherigen Träger der Grundlastversorgung entfallen, das heißt die kontinuierlich laufenden Kraftwerke zur Deckung des ständigen Mindestbedarfs. Auf der anderen Seite sind wegen des schwankenden Stromertrags aus Wind- und Sonnenenergie erhebliche Reservekapazitäten, Regelleistungen und große Stromspeicher erforderlich. Auch muss das Hochspannungsnetz an die neuen Standorte der Stromerzeugung (vor allem in Offshore-Windparks) angepasst werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2020
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