Der Strompreis

Der Strompreis

Infografik Nr. 370408

In der Energiekrise ab 2022 stieg der Strompreis auf schwindelerregende Höhen. Inzwischen ist die Belastung für die privaten Haushalte nicht mehr ganz so hoch, Aus welchen Komponenten setzt sich der Preis einer Kilowattstunde Haushaltsstrom aktuell zusammen?

Welchen Download brauchen Sie?

Der Preis, den die Verbraucher für elektrischen Strom bezahlen, gehört zu den... mehr
Mehr Details zu "Der Strompreis"

Der Preis, den die Verbraucher für elektrischen Strom bezahlen, gehört zu den administrierten Preisen, die nicht oder nicht vollständig am freien Markt entstehen, sondern zu großen Teilen staatlich reguliert werden. Er ist auch in dem Sinn ein politischer Preis, dass über seine Steuerung weiter reichende politische Ziele erreicht werden sollen. So wird bei der Regulierung des Strompreises zwischen den Verbrauchergruppen unterschieden: Für private Haushalte gelten andere Bedingungen als für Industrieunternehmen.

Vom durchschnittlichen Strompreis, den ein Privathaushalt im Januar 2026 für eine Kilowattstunde bezahlte (37,24 Cent), entfielen 41% auf die ● Stromerzeugung oder beschaffung und den Vertrieb. Allein dieser Anteil beruhte auf marktmäßiger Preisbildung. In den Jahren vor der Energiepreiskrise, d.h. vor 2022, schwankte er allerdings nur zwischen einem Viertel und einem Drittel des Strompreises. Wegen des steilen Anstiegs der Produktions- und Beschaffungskosten ab 2022 fiel er dann deutlich stärker ins Gewicht.

Der zweitgrößte Preisbestandteil ist das von den Regulierungsbehörden festgelegte ● Entgelt für die Nutzung der Stromnetze (Januar 2026: 25% des Strompreises). Die Belastung der Verbraucher durch die Netzentgelte konnte ab Jahresbeginn spürbar gesenkt werden, da der Bund 2026 einen Zuschuss von 6,5 Mrd € zu den Übertragungsnetzkosten leistet. Was zum Gesamtpreis der Kilowattstunde dann noch fehlt, setzt sich aus ● Steuern und Abgaben zusammen. Dabei handelt es sich um die Mehrwertsteuer, die Stromsteuer und die den Gemeinden zufließende Konzessionsabgabe für den Stromtransport durch Leitungsnetze auf öffentlichem Land. Hinzu kommen weitere, kleinere Umlagen, darunter die Offshore- Netzumlage für die Anbindung von Windkraftanlagen auf dem Meer sowie ein Aufschlag für besondere Netznutzung, der Mehrkosten der Netzbetreiber in Regionen mit vielen Erneuerbaren-Anlagen abdeckt.

Die EEG-Umlage (Ökostromumlage), die 2021 noch 20% des Strompreises ausmachte, wurde zum 1. Juli 2022 abgeschafft. Durch sie wurden die Mehrkosten des vor allem aus Windkraft- und Solaranlagen ins Netz eingespeisten Stroms auf die Verbraucher umgewälzt. Der Wegfall der Umlage brachte den Verbrauchern aber kaum Entlastung. 2023 kletterte der Strompreis im Durchschnitt auf 47,01 ct/kWh. Das lag auch daran, dass der Strompreis faktisch an den Gaspreis gekoppelt war, der sich ab Mitte 2021 sprunghaft erhöhte. Um die Abhängigkeit der Strompreise von den Marktpreisen für fossile Brennstoffe zu verringern und die Schwankungen der Energiepreise abzumildern, beschloss die EU 2024 eine Strommarktreform, die von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden muss.

Ausgabe: 04/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Zuletzt angesehen