Miete und Einkommen

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Infografik Nr. 293740

Miete und Einkommen

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Miete und Einkommen

„Je ärmer jemand ist, einen desto größeren Teil seines Einkommens muss er für Wohnung verausgaben. “ Dieses „Gesetz“, 1886 von dem Statistiker Hermann Schwabe formuliert, trifft auf das Verhältnis zwischen Mieten und Einkommen auch heute zu. Das Schwabe’sche Gesetz besagt, dass die Mietbelastung – der Teil des Haushaltseinkommens, der für die Miete aufgewandt werden muss, – für sozial schwächere Haushalte in der Regel wesentlich größer ist als für die besser verdienenden. Der Spielraum, der ihnen für weitere Ausgaben bleibt, ist daher nicht nur dem Betrag nach, sondern auch im prozentualen Verhältnis zum Einkommen entsprechend schmaler.

Nach den Ergebnissen einer Zusatzbefragung im Rahmen des Mikrozensus 2010 gaben die deutschen Mieterhaushalte im Durchschnitt knapp 23% ihres Nettoeinkommens für die so genannte Bruttokaltmiete aus. Darin sind außer der eigentlichen Grundmiete noch die Umlagen für Wasser, Kanalisation, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Beleuchtung usw. enthalten, nicht jedoch die Nebenkosten für Heizung und Warmwasserversorgung.

Während Mieterhaushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 2000 und 3200 € im Durchschnitt nur etwa 20% ihrer verfügbaren Mittel fürs Wohnen ausgaben, beanspruchte die Miete bei den Geringverdienern mit weniger als 900 € im Monat im Durchschnitt 43% des Monatsbudgets. Bundesweit gab jeder vierte Mieterhaushalt 35% seines Einkommens oder mehr für die Miete aus. In Ostdeutschland war die durchschnittliche Mietbelastung trotz des allgemein niedrigeren Einkommensniveaus etwas geringer als im alten Bundesgebiet (22% gegenüber 23% des Nettoeinkommens).

Wenn das Schwabe’sche Gesetz als Beschreibung des Verhältnisses zwischen Miete und Einkommen auch überzeugt, reicht es zur Erklärung des Sachverhalts doch nicht aus. So hängt die hohe Mietbelastung der Kleinverdiener-Haushalte oft entscheidend mit der Haushaltsgröße zusammen: Alleinstehende z.B. erzielen in der Regel ein niedrigeres Einkommen als ein Mehrpersonenhaushalt, wohnen aber auch schon deshalb relativ aufwendig, weil die Grundausstattung (Küche, Bad usw.) nur von einer Person genutzt wird.

Damit die Miete sozial schwächeren Haushalten nicht ganz über den Kopf wächst, leistet der Staat finanzielle Hilfe durch Wohngeld oder durch Übernahme der Wohnkosten im Rahmen der Grundsicherung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2012
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