Raucher auf dem Rückzug

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Raucher auf dem Rückzug

Bei kaum einem anderen Genussmittel sind die gesundheitlichen Risiken des Konsums so offenkundig wie beim Tabakrauchen. Rauchen führt zu Erkrankungen des ...

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Raucher auf dem Rückzug

Bei kaum einem anderen Genussmittel sind die gesundheitlichen Risiken des Konsums so offenkundig wie beim Tabakrauchen. Rauchen führt zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege, erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle und begünstigt die Entstehung mehrerer Krebsarten. An den direkten Folgen des Rauchens sterben in Deutschland jährlich etwa 110000 Menschen. Hinzu kommen schätzungsweise 3300 Todesfälle durch Passivrauchen. Trotzdem bekennt sich in Deutschland immer noch ein Viertel der Bevölkerung ab 15 Jahren (25 %) zum Rauchen, wie aus den Daten des Mikrozensus von 2013 hervorgeht. Die Nichtraucher sind jedoch in der Mehrheit: Etwas mehr als die Hälfte (56 %) hat noch nie geraucht, ein weiteres Fünftel (19 %) hat früher geraucht, es inzwischen aber aufgegeben.

Auch lässt die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre einen Trend zum Nichtrauchen erkennen. Seit Mitte der 1990er Jahre geht der Anteil der Raucher an der Bevölkerung allmählich zurück. Bei den Erwachsenen (ab 18 Jahren) zeigt sich dies am deutlichsten bei den Männern: Zwar greifen immer noch mehr Männer als Frauen zur Zigarette (30 % gegenüber 21 %), doch ist der Raucheranteil bei ihnen seit 1999 um fünf Prozentpunkte gesunken, bei den Frauen nur um knapp zwei Prozentpunkte. Viel stärker noch wandten sich die Jugendlichen (15- bis 17-Jährigen) vom Rauchen ab: Hier halbierte sich der Raucheranteil zwischen 1999 und 2013 auf nur noch 10 % bei den Jungen und unter 8 % bei den Mädchen.

Die Reduzierung des Tabakkonsums ist ein erklärtes Ziel der Politik. So beinhaltet die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 2002 das Ziel, den Raucheranteil der Erwachsenen bis 2015 auf unter 22 % und den der Kinder und Jugendlichen auf weniger als 12 % zu senken. Bei den Erwachsenen wurde das Ziel verfehlt, für Kinder und Jugendliche aber erreicht. Das bestätigt eine Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die auch Kinder einbezieht: Der Raucheranteil der 12- bis 17-Jährigen lag demnach 2014 bei knapp unter 10 %. Der Gesetzgeber versucht den Tabakkonsum mit unterschiedlichen Maßnahmen zu beeinflussen, so durch das Abgabeverbot von Tabakwaren an Unter-18-Jährige, das seit 1975 auf immer mehr Bereiche ausgeweitete Verbot für Tabakwerbung, Warnhinweise auf Zigarettenpackungen oder die Anhebung der Tabaksteuer. Weitere Maßnahmen dienen dem Schutz von Nichtrauchern vor dem Passivrauchen. Seit 2002 müssen Arbeitgeber für den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz sorgen; seit 2007 ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln untersagt. In der Gastronomie gelten je nach Bundesland unterschiedliche Rauchverbote.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2015
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