Terms of Trade

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Infografik Nr. 294920

Terms of Trade

Als Terms of Trade bezeichnet man das reale Tauschverhältnis zwischen einer Volkswirtschaft und der übrigen Welt, abzulesen an der Relation zwischen den (gewichteten) Au ...

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Terms of Trade

Als Terms of Trade bezeichnet man das reale Tauschverhältnis zwischen einer Volkswirtschaft und der übrigen Welt, abzulesen an der Relation zwischen den (gewichteten) Ausfuhr- und Einfuhrpreisen. Bei steigenden Terms of Trade kann ein Land vom Erlös für eine bestimmte Menge an Exportprodukten mehr Güter importieren als zuvor; die Tauschposition des Landes verbessert sich also. Sinken die Terms of Trade hingegen, kann es für den Gegenwert seiner Exporte weniger Güter einführen.

Für die Bundesrepublik Deutschland hatten sich die Terms of Trade von Mitte der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre – in der Zeit zwischen dem Korea-Boom und dem Ausbruch der ersten Ölkrise – nahezu kontinuierlich verbessert. Bei steigenden Ausfuhrpreisen waren die Einfuhrpreise zunächst zurückgegangen und in den 1960er Jahren weitgehend stabil geblieben. Aus der wachsenden „Exportkaufkraft“ resultierte ein Wohlstandsgewinn, der seinen Teil zum bundesdeutschen Wirtschaftswunder beitrug. Diese Entwicklung schlug 1973 jedoch um, als die Rohstoffimportpreise, insbesondere die Rohölpreise, sprunghaft anstiegen. Da die Exportpreise nicht in gleichem Umfang angehoben werden konnten, verschlechterten sich die Terms of Trade nun zwangsläufig. Auch der zweite Ölschock (1979/81) zog eine Phase sinkender Terms of Trade nach sich. Erst 1986 trat eine spektakuläre Verbesserung ein – Folge eines Preissturzes an den Ölmärkten, der in seiner Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland durch eine kräftige Dollarabwertung verstärkt wurde.

Es folgten fast anderthalb Jahrzehnte, in denen die Terms of Trade nur in verhältnismäßig geringem Umfang schwankten, ehe sie im Jahr 2000 auf Grund steigender Ölimportpreise erstmals wieder deutlich nachgaben. Die expandierende Weltmarktnachfrage trieb die Importpreise für Energieträger und industrielle Rohstoffe ab 2004 weiter nach oben, so dass sich die Terms of Trade aus deutscher Sicht abermals verschlechterten. Nach kurzem Umschwung im Krisenjahr 2009 gerieten die deutschen Terms of Trade mit anhaltender Rohstoffknappheit und nachgebendem Euro-Wechselkurs erneut unter Druck. Doch ab 2013 verbesserten sie sich angesichts sinkender Einfuhrpreise wieder.

Eine wichtige Rolle spielten die Terms of Trade in der entwicklungspolitischen Diskussion der 1960er und 1970er Jahre: Die damals von Autoren wie Raúl Prebisch vertretene These, dass sich die Terms of Trade der Entwicklungsländer gegenüber den Industrieländern zwangsläufig immer weiter verschlechterten, hat sich aber nur zum Teil bestätigt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2016
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