Überschuldung privater Haushalte

Überschuldung privater Haushalte

Infografik Nr. 463834

Überschuldung privater Haushalte

Viele Haushalte machen heute ganz selbstverständlich von der Möglichkeit Gebrauch, größere Anschaffungen im Vorgriff auf spätere Einkommen durch Kre ...

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Überschuldung privater Haushalte

Viele Haushalte machen heute ganz selbstverständlich von der Möglichkeit Gebrauch, größere Anschaffungen im Vorgriff auf spätere Einkommen durch Kredite zu finanzieren. Zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe wird auch häufig das Girokonto überzogen oder der durch Kreditkarten eröffnete Zahlungsspielraum ausgenutzt. Probleme entstehen daraus im Allgemeinen erst, wenn sich die Einkommenslage plötzlich verschlechtert (z.B. durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit) oder wenn auf Dauer zu wenig Geld zur Deckung des notwendigen Bedarfs vorhanden ist. Nicht selten kommt dann eine Abwärtsspirale in Gang, die immer tiefer in die Verschuldung hineinführt und neben den rein wirtschaftlichen Folgen auch soziale Ausgrenzung und persönliche Destabilisierung nach sich ziehen kann. Am Ende dieses Weges droht die Überschuldung – eine Lage, in der das Einkommen nach Abzug des notwendigen Lebensbedarfs nicht mehr ausreicht, um die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Welches Ausmaß die Überschuldung privater Haushalte in Deutschland erreicht hat, muss aus einer Vielzahl von Quellen näherungsweise erschlossen werden. Hinweise auf Überschuldung liefern z.B. Kreditkündigungen, Lohnpfändungen, Räumungsklagen, Stromsperrungen, Zwangsversteigerungen, Eintragungen ins Schuldnerregister oder Privatinsolvenzen. Auf dieser Basis schließt der Creditreform SchuldnerAtlas 2015 auf eine Gesamtzahl von fast 3,4 Mio überschuldeten Privathaushalten bzw. 6,7 Mio überschuldeten Privatpersonen ab 18 Jahren. Die Schuldnerquote, bezogen auf die erwachsene Bevölkerung, lag 2015 bei 9,9 %. Anders gesagt: Jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist überschuldet.

Aus den Angaben von Schuldnerberatungsstellen in ganz Deutschland gewinnt das Statistische Bundesamt vertiefte Informationen über die Lage der überschuldeten Haushalte. Von Überschuldung sind danach vor allem Alleinlebende und Alleinerziehende betroffen. Sie stellten 2015 zusammen rund zwei Drittel der Beratungsklientel. Hauptursache der Überschuldung war in 19 % der Fälle der Verlust des Arbeitsplatzes. Zweitwichtigster Faktor waren gesundheitliche Probleme (Erkrankung, Sucht, Unfall) mit einem Anteil von 15 %. Fast ebenso häufig war die Überschuldung Folge einer durch Trennung, Scheidung oder Tod des Partners ausgelösten Änderung der Lebensumstände (14 %). Mit Geld nicht umgehen zu können („unwirtschaftliche Haushaltsführung“) rangierte (mit 11 %) erst an vierter Stelle der Überschuldungsursachen. Die durchschnittliche Schuldenlast der beratenen Personen belief sich 2015 auf 34375 €; um sie abzubezahlen, müssten sie 33 Monate lang ihr gesamtes Nettoeinkommen dafür aufwenden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2016
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