Überschuldung privater Haushalte
Infografik Nr. 463834
Nach einigen Jahren der Kaufzurückhaltung stieg die Zahl der überschuldeten Privathaushalte zuletzt wieder an. Zahlen aus den Schuldnerberatungsstellen ergeben ein genaueres Bild davon, welche Haushalte sich eher verschulden und aus welchen Gründen sie in die Verschuldung geraten sind!
Heutzutage machen viele Haushalte von der Möglichkeit Gebrauch, größere Anschaffungen im Vorgriff auf spätere Einkommen durch Kredite zu finanzieren. Zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe wird auch häufig das Girokonto überzogen oder der Zahlungsspielraum bei Kreditkarten ausgenutzt. Probleme entstehen daraus im Allgemeinen erst, wenn sich die Einkommenslage plötzlich verschlechtert (z.B. durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit) oder wenn auf Dauer zu wenig Geld zur Deckung des notwendigen Bedarfs vorhanden ist. Nicht selten kommt dann eine Abwärtsspirale in Gang, die immer tiefer in die Verschuldung hineinführt und neben den rein wirtschaftlichen Folgen auch soziale Ausgrenzung und persönliche Destabilisierung nach sich ziehen kann. Am Ende dieses Weges droht Überschuldung – eine Lage, in der das Einkommen nach Abzug des notwendigen Lebensbedarfs nicht mehr ausreicht, um die laufenden Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Welches Ausmaß die Überschuldung privater Haushalte in Deutschland erreicht hat, muss aus einer Vielzahl von Quellen näherungsweise erschlossen werden. Hinweise auf Überschuldung liefern z.B. Kredit-kündigungen, Lohnpfändungen, Räumungsklagen, Stromsperren, Zwangsversteigerungen, Eintragungen ins Schuldnerregister oder Privatinsolvenzen. Auf dieser Basis schließt der Creditreform SchuldnerAtlas 2025 auf eine Gesamtzahl von 2,8 Mio überschuldeten Privathaushalten bzw. 5,7 Mio überschuldeten Privatpersonen ab 18 Jahren. Nach sieben Jahren, in denen sich die Verbraucher angesichts der unsicheren Wirtschaftslage bei den Ausgaben zurückhielten, war dies der erste neuerliche Anstieg. Die Schuldnerquote, bezogen auf die erwachsene Bevölkerung, lag 2025 bei 8,2 %.
Aus den Angaben der Schuldnerberatungsstellen in ganz Deutschland gewinnt das Statistische Bundesamt vertiefte Informationen über die Lage der überschuldeten Haushalte. Von Überschuldung sind danach vor allem Alleinlebende betroffen. Sie stellten 2025 die Hälfte der Beratungsklientel. Hauptursache der Überschuldung waren gesundheitliche Probleme (Erkrankung, Sucht, Unfall) mit einem Anteil von 18 %. Zweitwichtigster Faktor war der Verlust des Arbeitsplatzes (17 % der Fälle). Mit Geld nicht umgehen zu können („unwirtschaftliche Haushaltsführung“) rangierte mit 12 % an dritter Stelle der Überschuldungsursachen. In 11 % der Fälle war die Überschuldung Folge einer durch Trennung, Scheidung oder Tod des Partners ausgelösten Änderung der Lebensumstände. Die durchschnittliche Schuldenlast der beratenen Personen belief sich 2025 auf 34 650 Euro.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |