Deutsche Direktinvestitionen im Ausland

Deutsche Direktinvestitionen im Ausland

Infografik Nr. 480220

Im Zeichen der Globalisierung investieren deutsche Unternehmen verstärkt im Ausland, sei es zur Gründung oder Erweiterung von Tochterunternehmen oder zum Erwerb von Firmen oder Beteiligun ...

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Im Zeichen der Globalisierung investieren deutsche Unternehmen verstärkt im Ausland, sei es zur Gründung oder Erweiterung von Tochterunternehmen oder zum Erwerb von Firmen oder Beteiligungen. Dahinter steht die Absicht, auf den wichtigsten Absatzmärkten unmittelbar vertreten zu sein, Synergieeffekte und Produktionskostenvorteile zu nutzen, Währungsrisiken zu verringern und Handelshemmnisse zu umgehen. Häufig werden auch wichtige Unternehmensfunktionen auf rechtlich selbstständige Holdinggesellschaften mit Sitz an einem steuerlich oder gesellschaftsrechtlich günstigen Standort im Ausland übertragen. Die Investitionen im Ausland konzentrieren sich dabei nach wie vor auf Staaten, mit denen schon ein intensiver Warenaustausch stattfindet.

Das Auslandsengagement deutscher Unternehmen entwickelte sich vor allem in den Jahren 1995-2001 vor dem Hintergrund der weltweiten Fusionswelle äußerst lebhaft und nahm nach einem Rückgang in den Jahren 2002 und 2003 wieder ständig zu, auch als in der Finanz- und Wirtschaftskrise die weltweiten Direktinvestitionsbestände zeitweilig stark einbrachen. Ende 2016 erreichte das deutsche Unternehmensvermögen im Ausland per Saldo einen Wert von 1114 Mrd € (Kredite der Auslandstöchter an den Kapitaleigner oder an andere Unternehmen in Deutschland werden seit 2015 gegengerechnet). Auf Beteiligungen in den EU-Partnerländern entfielen 449 Mrd € (40 %). Erste europäische Adresse war Großbritannien, wo deutsche Investoren über einen Beteiligungsbesitz von rund 118 Mrd € verfügten. Es folgten Luxemburg, Belgien, Frankreich und die Schweiz. In den 1990er Jahren waren auch die heute zur EU gehörenden Reformländer Mittel- und Osteuropas stärker ins Blickfeld deutscher Unternehmen gerückt.

Neben den EU-Staaten und der Schweiz sind die USA bevorzugtes Ziel für deutsches Beteiligungskapital. Dort belief sich der Bestand an Direktinvestitionen Ende 2016 auf 320 Mrd € (29 %). Daneben finden die außereuropäischen Schwellenländer wachsende Beachtung. Wie zuvor schon die Staaten im östlichen Europa dienen sie nicht mehr nur als verlängerte Werkbank für lohnintensive Güter, sondern werden auch als Absatzmärkte immer wichtiger. Vor allem in China investieren deutsche Unternehmen in Produktionsstätten, um die dort steigende Nachfrage aus marktnaher Fertigung bedienen zu können.

Die deutschen Auslandsbeteiligungen erstreckten sich Ende 2016 auf rund 37500 größere Unternehmen, davon 18800 in der EU, 5330 in den USA, 4190 in anderen Industrieländern sowie 9180 in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Zusammen beschäftigten sie rund 7,3 Mio Arbeitskräfte.

Reihe: 53
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Ausgabe: 05/2018
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