Bitcoin

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Infografik Nr. 445225

Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise entstand die Idee einer Währung, die vor dem Zugriff von Staaten, Banken und anderen Institutionen geschützt ist, weil sie sich einer zentralen Kontrolle oder Manipulation systematisch entzieht. Der Zahlungsverkehr vollzieht sich direkt zwischen den Teilnehmern, die bei entsprechenden Vorkehrungen anonym bleiben können.

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Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise entstand die Idee einer Währung, die vor dem Zugriff von Staaten, Banken und anderen Institutionen geschützt ist, weil sie sich einer zentralen Kontrolle oder Manipulation systematisch entzieht. Statt staatlicher oder privatwirtschaftlicher Einrichtungen sollte ein frei zugängliches Online-Netzwerk aus gleichberechtigten Teilnehmern (peer-to-peer) die Geldschöpfung und alle Transaktionen organisieren und dabei größtmögliche Anonymität bieten. Unter dem Namen Bitcoin (BTC) ist eine derartige Krypto-Währung seit 2009 im Umlauf. Sie kommt bisher vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Ein Bitcoin existiert nicht als Münze oder Geldschein; er ist nichts weiter als eine verschlüsselte Zeichenkette, die mithilfe einer Software verwaltet wird. Den wesentlichen Kern der Datenstruktur bildet der sogenannte Block. Dieses Datenpaket ist zur Vervielfältigung angelegt, so dass ständig neue Blocks entstehen. Gemeinsam bilden sie die Block-Kette, auf die jeder Teilnehmer zugreift. Als eine Art digitales „Hauptbuch“ protokolliert sie alle Transaktionen und – pseudonym – alle Teilnehmer. Gefunden werden neue Blöcke durch Rechenleistung, das sogenannte „Schürfen“ (Mining): Immer, wenn es gelingt, einen passenden Schlüssel für einen neuen Block zu lösen, werden Bitcoins ausgeschüttet.

Der bei den immer aufwändigeren Rechenleistungen anfallende Stromverbrauch hat inzwischen gigantische Dimensionen erreicht. Laut einer Studie des Oak Ridge Institute verbraucht das „Schürfen“ eines Bitcoins im Wert von nur einem US-Dollar bereits 4,7 Kilowattstunden Strom. Die Studie schätzt, dass durch das Bitcoin-Netzwerk allein im ersten Halbjahr 2018 mehr Strom verbraucht wurde als von ganz Dänemark in einem Jahr. Damit verbunden sind erhebliche Umweltprobleme, zumal viele „Bitcoin-Minen“ (also Hochleistungsrechner) in China angesiedelt sind, wo sie mit Strom aus Kohlekraftwerken betrieben werden.

Bitcoins unterliegen starken Kursschwankungen, weil sie aufgrund fehlender institutioneller Wertgarantien oder eines materiellen Gegenwerts allein durch Angebot und Nachfrage reguliert werden und damit vom Vertrauen der Nutzer abhängen. So erreichte der Bitcoin-Kurs Ende 2017 einen Gegenwert von annähernd 20 000 US-Dollar, nur um kurz darauf auf weniger als die Hälfte abzustürzen.

Der Zahlungsverkehr vollzieht sich direkt zwischen den Teilnehmern, die bei entsprechenden Vorkehrungen anonym bleiben können. Dies dient einerseits dem Schutz der Privatsphäre, ermöglicht aber auch die Verschleierung von Transaktionen, etwa für illegale Zwecke. Parallel zu den Bitcoins haben sich inzwischen zahlreiche weitere Digitalwährungen etabliert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2019
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