Warum überschuldet?

Warum überschuldet?

Infografik Nr. 463833

Meist sind die finanziellen Engpässe auf Ereignisse zurückzuführen, die den gewohnten Lebensrahmen sprengen. Anhand von Rückmeldungen von Schuldnerberatungsstellen in ganz Deutschland berichtet das Statistische Bundesamt über die entscheidenden Auslöser der dort bearbeiteten Überschuldungsfälle. Auch 2018 waren die Zahlungsschwierigkeiten am häufigsten auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Ebenfalls häufig genannt: das Auftreten gesundheitlicher Probleme sowie die Auflösung einer Partnerschaft durch Trennung, Scheidung oder Tod. An vierter Stelle rangierte „unwirtschaftliche Haushaltsführung“.

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Jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist als Privatperson überschuldet. Überschuldung bedeutet, dass die betreffende Person nicht in der Lage ist, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nachzukommen und auch nicht über Vermögen oder andere Kreditmöglichkeiten verfügt. Weil die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, bleiben Kreditraten, Versandhausbestellungen, Telefon- und Stromrechnungen, Unterhaltsverpflichtungen oder Mieten unbezahlt. 2018 war dies bei 6,9 Mio Bürgern (10 % aller Erwachsenen) bzw. 3,5 Mio Haushalten der Fall. Zu diesem Ergebnis gelangt der Creditreform Schuldner-Atlas 2018 nach Auswertung von Daten über ernsthafte Zahlungsstörungen.

Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt, dass die Zahl der überschuldeten Privatpersonen zum fünften Mal in Folge gestiegen ist. Die Überschuldungsquote blieb indessen annähernd konstant, weil die Bevölkerung in den letzten Jahren durch verstärkte Zuwanderung anwuchs. Zu den Ursachen der wachsenden Privatverschuldung zählen dem Bericht zufolge u.a. die deutlich steigenden Kosten für Immobilien, Energie und Mobilität. Angesichts der unwägbaren konjunkturellen Lage in einem von Unsicherheiten geprägten weltwirtschaftlichen Umfeld (Handelskrieg USA-China, Brexit usw.) ist in naher Zukunft mit einer weiteren Zunahme der Überschuldungszahlen zu rechnen.

Die durchschnittliche Höhe der Zahlungsrückstände lag 2018 bei 29 000 € je betroffene Person, das Gesamtvolumen der privaten Überschuldung bei gut 200 Milliarden €. Unter den Altersgruppen sind die mittleren am stärksten durch Zahlungsschwierigkeiten betroffen. Von den 30- bis 39-Jährigen – im typischen Alter der Familiengründung oder der Einrichtung eines Haushalts – waren 2018 knapp 19 % überschuldet. Allerdings hat die Zahl der überschuldeten älteren Verbraucher (ab 50 Jahren) zuletzt merklich zugenommen. In Zukunft wird dieses Phänomen der „Altersüberschuldung“ an Bedeutung gewinnen.

Meist sind die finanziellen Engpässe auf Ereignisse zurückzuführen, die den gewohnten Lebensrahmen sprengen. Anhand von Rückmeldungen von Schuldnerberatungsstellen in ganz Deutschland berichtet das Statistische Bundesamt über die entscheidenden Auslöser der dort bearbeiteten Überschuldungsfälle. Auch 2018 waren die Zahlungsschwierigkeiten am häufigsten (in 20 % der Fälle) auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Ebenfalls häufig genannt: das Auftreten gesundheitlicher Probleme sowie die Auflösung einer Partnerschaft durch Trennung, Scheidung oder Tod. An vierter Stelle rangierte „unwirtschaftliche Haushaltsführung“.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2019
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