Zahlungsverkehr

Zahlungsverkehr

Infografik Nr. 445216

Kleinere Käufe von Privatleuten werden häufig noch bar beglichen, im Allgemeinen erfolgen Zahlungen aber bargeldlos von Konto zu Konto. Dabei wickeln die Banken als Zahlungsdienstleister den bargeldlosen Zahlungsverkehr der übrigen Wirtschaftsteilnehmer ab.

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Unternehmen, öffentliche Stellen und Privatpersonen sind durch ein dichtes Netz von Lieferungen und Leistungen innerhalb Deutschlands und mit der übrigen Welt verbunden. In der Regel zieht jede dieser wirtschaftlichen Aktionen einen in Gegenrichtung verlaufenden Bezahlvorgang nach sich. Kleinere Käufe von Privatleuten werden häufig noch bar beglichen, im Allgemeinen erfolgen die Zahlungen aber bargeldlos von Konto zu Konto. Dabei wickeln die Banken als Zahlungsdienstleister den bargeldlosen Zahlungsverkehr der übrigen Wirtschaftsteilnehmer ab.

Nach statistischen Angaben der Bundesbank verwalteten die in Deutschland ansässigen Zahlungsdienstleister 2018 rund 107,2 Millionen Zahlungskonten. Die Gesamtzahl der von den Bankkunden ausgelösten Zahlungsvorgänge belief sich im gleichen Jahr auf 22,7 Milliarden. Rein rechnerisch entfielen damit 273 Zahlungen auf jeden Einwohner. Das am häufigsten genutzte Zahlungsinstrument war die Lastschrift mit 10,6 Milliarden Transaktionen und einem Anteil von 47 %. 6,5 Milliarden Zahlungen (28 %) erfolgten per Überweisung, weitere 5,3 Milliarden (23 %) mit Karten. Zahlungen per Scheck spielten mit 10,5 Mio (0,05 %) nur noch eine ganz untergeordnete Rolle.

Durch diese Zahlungsvorgänge wurde 2018 die unvorstellbare Gesamtsumme von 55 820 Milliarden Euro von einem Konto zum anderen übertragen. Der Löwenanteil entfiel dabei mit 51 504 Milliarden Euro (92 %) auf die Überweisungen. Per Lastschrift, wie sie häufig für regelmäßig wiederkehrende Zahlungsverpflichtungen verwendet wird, wurden 3 346 Milliarden Euro (6 %) übertragen, per Kartenzahlung 314 Milliarden (knapp 1%). Die globale Verflechtung der deutschen Wirtschaft kommt darin zum Ausdruck, dass mehr als ein Fünftel des Gesamtbetrags ins Ausland transferiert wurde.

Die bargeldlosen Zahlungstransaktionen von Nicht-Zahlungsdienstleistern – so die fachliche Bezeichnung –stellen nur einen Teil der gesamten Finanztransaktionen in Deutschland dar. Noch weit größere Beträge werden über das Interbankenzahlungssystem TARGET 2 bewegt. Hinzu kommen die Abschlüsse im Handel mit Wertpapieren und Derivaten und die Umsätze im Devisenhandel. Für das Jahr 2017 ermittelte der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags ein Gesamtvolumen der Finanztransaktionen von rund 320 Billionen Euro. Aus der Schweiz kommt der Vorschlag, den gesamten Zahlungsverkehr mit einer Mikrosteuer (von z.B. 1 oder 2 Promille) zu belegen und damit das bisherige, oft sehr komplizierte Steuersystem abzulösen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2019
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