Der Standort des Handelsbetriebs

Der Standort des Handelsbetriebs

Infografik Nr. 201106

Standortentscheidungen im Handel orientieren sich wie in anderen Bereichen auch am wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Unternehmen eintragen sollen. Die Gewichtung der einzelnen Standortfaktoren unterscheidet sich aber ganz wesentlich von den Überlegungen in einer produzierenden Branche. Entscheidendes Kriterium für die Standortwahl eines Handelsbetriebs sind die Absatzerwartungen, die sich an den Standort knüpfen.

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Standortentscheidungen im Handel orientieren sich wie in anderen Bereichen auch am wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Unternehmen eintragen sollen. Die Gewichtung der einzelnen Standortfaktoren unterscheidet sich aber ganz wesentlich von den Überlegungen in einer produzierenden Branche. Entscheidendes Kriterium für die Standortwahl eines Handelsbetriebs sind die Absatzerwartungen, die sich an den Standort knüpfen. Je nach Art der Waren, die verkauft werden sollen, und nach der Größe des Betriebs ist eine genaue Analyse des Einzugsgebiets und der dort erreichbaren Zielgruppe erforderlich. Eine wichtige Rolle spielt die soziale Struktur und die Kaufkraft der Bevölkerung, vor allem bei Gütern des gehobenen Bedarfs. Bei einem Einzelhandelsbetrieb mit Gütern des täglichen Bedarfs (z.B. Bäcker, Fleischer) wird es häufig auf die Lage des Geschäfts in der Nähe eines Wohngebiets ankommen.

Wichtig ist ferner das geschäftliche Umfeld des geplanten Standorts, zum Beispiel in einer belebten Einkaufsstraße, deren Magnetwirkung für alle dort angesiedelten Betriebe von Vorteil ist. Doch muss auch die Konkurrenzsituation berücksichtigt werden: Wird der Bedarf durch bereits ansässige Geschäfte gedeckt, ist eine Ansiedlung dort riskant. Nicht zuletzt ist das Image des Standorts von Bedeutung: Hat die Straße oder das Viertel einen guten Ruf? Ist das Einkaufszentrum für sein vielfältiges und preisgünstiges Warenangebot bekannt? Oder handelt es sich um ein Quartier mit exklusiven Einkaufsmöglichkeiten?

Eng verknüpft mit der Frage nach dem möglichen Kundenkreis sind die verkehrsorientierten Standortfaktoren. Innerhalb des Einzugsradius sollte das Geschäft möglichst leicht und schnell erreichbar sein. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ebenso von Vorteil wie das Vorhandensein ausreichenden Parkraums. Für Güter jenseits des täglichen Bedarfs, für die Kunden auch weitere Wege in Kauf nehmen (wie Möbel, Kleidung, elektrische Großgeräte), ist die Niederlassung in einem Einkaufszentrum außerhalb der Stadt erwägenswert. Groß- und Versandhandelsunternehmen wählen oft Standorte an den Verkehrsachsen, damit Zu- und Auslieferung ohne großen Zeitverlust und kostengünstig erfolgen kann.

Im Weiteren sind aber auch die beschaffungsorientierten Aspekte der Standortwahl von Bedeutung: Stehen ausreichende Betriebsflächen zur Verfügung? Sind die Grundstückskosten bzw. die Mieten tragbar? Ist die Energieversorgung gesichert? Die arbeits- und lohnorientierten Faktoren fallen am ehesten bei einer überregionalen Standortwahl ins Gewicht. So z.B. bei der Frage, ob für ein großes Versandzentrum auf der grünen Wiese genügend Arbeitskräfte in näherer Umgebung verfügbar sind.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2018
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