Die Produktionsfaktoren

Die Produktionsfaktoren

Infografik Nr. 200121

Natur, Arbeit und Kapital, die drei Produktionsfaktoren, werden gemäß VWL miteinander kombiniert und den durch technischen Fortschritt ergänzt. Mehr dazu im ZAHLENBILD.

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Alle Güter, die zur Deckung des menschlichen Bedarfs dienen, müssen zunächst produziert werden. Die Volkswirtschaftslehre unterscheidet drei Produktionsfaktoren, die bei der Güterherstellung miteinander kombiniert werden: Natur, Arbeit und Kapital. Dabei wird der Faktor Natur manchmal auch mit dem Begriff „Boden“ bezeichnet, denn der Boden bietet den Wachstumsraum für Nahrungsmittel, liefert Rohstoffe wie Holz, Erze, Sand, Erdöl oder Erdgas und spielt nicht zuletzt für den Standort von Betrieben eine Rolle. Aber eigentlich ist diese Begriffswahl zu eng, denn zum Faktor Natur gehören beispielsweise auch Wind und Sonne als Energielieferanten. Mit „Natur“ ist also die gesamte Umwelt gemeint. Die Kräfte und Rohstoffe, die uns die Natur liefert, werden jedoch erst durch menschliche Arbeit nutzbar gemacht. Unter Arbeit versteht die Volkswirtschaft jede geistige und körperliche Tätigkeit, die sich auf die Erreichung eines wirtschaftlichen Ziels richtet. Schon in der Steinzeit veränderten die Menschen ihre Umwelt durch Arbeit, um sie ihren Bedürfnissen anzupassen. Sie lernten dabei auch, dass es lohnender ist, die Naturgüter nicht direkt mit den Händen zu bearbeiten, sondern sich technischer Hilfsmittel zu bedienen. So kommt als dritter Faktor das Kapital ins Spiel: Damit sind in erster Linie Produktivgüter gemeint, welche die Herstellung weiterer Güter ermöglichen und erleichtern, also Werkzeuge, Maschinen, Fabriken usw.

Veranschaulichen lässt sich die Einteilung in drei Produktionsfaktoren am Beispiel eines Faustkeils: Ein Feuerstein (Natur) wird durch gezielte Abschläge (Arbeit) zum Faustkeil und damit zu Kapital, denn man kann ihn als Werkzeug zur Herstellung weiterer Güter verwenden – zum Beispiel, indem man mit ihm Felle von Tierkörpern abtrennt. Das Beispiel zeigt auch, dass Natur und menschliche Arbeitskraft originär (ursprünglich) vorliegen, während das Kapital erst aus dem Zusammenspiel von Natur und Arbeit entsteht. Man bezeichnet Kapital daher auch als derivativen (abgeleiteten) Produktionsfaktor. Die Logik dieser Einteilung lässt sich natürlich auf moderne Produkte wie einen Computerchip übertragen: Die Natur liefert das Baumaterial (Quarzsand etc.), durch menschliche Arbeit – und anderes Kapital – wird daraus ein Chip, und dieser wiederum dient zur Herstellung neuer Güter, zum Beispiel dieses ZAHLENBILDS.

Neben Natur, Arbeit und Kapital wird manchmal noch ein vierter Produktionsfaktor genannt, nämlich der technische Fortschritt. Dazu sind Können und Wissen notwendig, es braucht also Bildung und mithin gut ausgebildete Menschen, weshalb man in diesem Kontext auch von „Humankapital“ spricht. Vom Bildungsstand der Bevölkerung hängt es z.B. ab, inwieweit der Faktor Kapital verbessert werden kann.

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