Plattformökonomie

Plattformökonomie

Infografik Nr. 200381

Bei der sogenannten Plattformökonomie handelt es sich um Geschäftsmodelle, die auf dem Internet basieren und mithilfe leistungsstarker Softwaresysteme • Anbieter/Verkäufer und • Kunden/Käufer/Interessenten auf einem digitalen Marktplatz zusammenbringen. Der Begriff „Marktplatz“ ist in seinem weitesten Sinn zu verstehen, denn Verkaufs- und Kaufvorgänge wie auf einem Markt, die sich auf den Plattformen vollziehen, machen nur einen Teil der Geschäfte aus.

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Das digitale Zeitalter mit seiner technischen Infrastruktur lässt neue Organisationsformen der Wirtschaft entstehen, die den traditionellen Produktions- und Dienstleistungsunternehmen vielfach schon das Wasser abzugraben drohen. Die Rede ist hier von den Erscheinungsformen der Plattformökonomie. Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, die auf dem Internet basieren und mithilfe leistungsstarker Softwaresysteme • Anbieter/Verkäufer und • Kunden/Käufer/Interessenten auf einem digitalen Marktplatz zusammenbringen. Der Begriff Marktplatz ist in seinem weitesten Sinn zu verstehen, denn Verkaufs- und Kaufvorgänge wie auf einem Markt machen nur einen Teil der Geschäfte aus, die sich auf den Plattformen vollziehen. Gegenüber klassischen Märkten bieten die digitalen Plattformen den Vorteil, dass sie von vornherein über die regionalen und nationalen Grenzen hinausgehen und fast die ganze Welt erreichen können. Je größer ihre Reichweite und je zahlreicher ihre Nutzer, desto geringer sind die bei jedem Vorgang anfallenden Kosten. Die Softwaresysteme stellen alle wesentlichen Funktionen bereit – vom Webshop über die Datenverwaltung bis zum Bezahlsystem; sie sorgen für Transparenz, indem sie den Vergleich von Preis und Qualität ermöglichen und Kundenbewertungen sprechen lassen.

Aufgaben und Strukturen digitaler Plattformen unterscheiden sich in erheblichem Maß. Eine Gemeinsamkeit besteht aber darin, dass die Betreiber einer Plattform im Allgemeinen nur als Mittler auftreten. Sie stellen die Infrastruktur des Marktplatzes bereit und bestimmen, welche Regeln für seine Nutzung gelten sollen, nehmen aber nicht selbst am Leistungsaustausch über die Plattform teil. Erträge erwirtschaften sie u.a. durch Beteiligung an den Umsätzen, die zwischen den Marktteilnehmern getätigt werden, durch Honorare für die „Klicks“ von Nutzern und durch den Verkauf von Nutzerdaten an die werbetreibende Wirtschaft. Die wirtschaftliche Leistung der Plattformökonomie beruht mithin auf ihrer Vermittlerfunktion.

Die Folgen, die der Aufstieg der Plattformökonomie für traditionelle Wirtschaftszweige oder für den Arbeitsmarkt haben kann, sind noch unabsehbar. Es zeichnet sich aber ab, dass z.B. der stationäre Einzelhandel durch digitale Handelsplattformen in die Defensive gedrängt wird. Plattformen, die Arbeitsaufträge vermitteln, lassen die neue Gruppe der „Clickworker“ entstehen, die ohne festes Arbeitsverhältnis und ohne soziale Absicherung nur für einzelne Aufgaben entlohnt werden. Manche Plattformen schaffen neue Verdienstmöglichkeiten (z.B. durch Vermittlung von Ferienwohnungen oder Mitfahrgelegenheiten) oder eröffnen Chancen für Anleger, unterlaufen aber möglicherweise bestehende Regelungen des Verbraucherschutzes.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2019
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