Landwirtschaft in Deutschland

Landwirtschaft in Deutschland

Infografik Nr. 306110

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Die deutsche Landwirtschaft befindet sich in einem seit Jahrzehnten anhaltenden Strukturwandel. Augenfälligstes Merkmal dieser Entwicklung ist der massive Rückgang selbstständiger bäuerlicher Existenzen bei gleichzeitiger Flächenausweitung der verbleibenden Betriebe. Der Preisdruck, dem die landwirtschaftlichen Produkte durch die Einkaufspolitik der Einzelhandelsketten unterliegen, zwingt zur Vergrößerung der Betriebsflächen oder zur Konzentration der Tierhaltung in Großbetrieben, damit hinreichende Erträge erzielt werden können. In der früheren Bundesrepublik konnte auch eine stark protektionistische, am Leitbild des bäuerlichen Familienbetriebs ausgerichtete Agrarpolitik nicht verhindern, dass immer mehr Höfe aufgeben mussten. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringerte sich zwischen 1949 und 1991, dem ersten Jahr nach der deutschen Einigung, von 1,65 Mio auf 599 000. In der ehemaligen DDR herrschten andere Gegebenheiten. Dort war die Agrarproduktion als Ergebnis früherer Enteignung und Kollektivierung in weniger als 5 000 Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und Volkseigenen Gütern konzentriert. Diese wurden nach der deutschen Einigung umgewandelt, aufgelöst bzw. entflochten, so dass die Zahl der Betriebe in den neuen Ländern 1991 auf rund 18 600 anstieg.

In Westdeutschland setzte sich das „Bauernsterben“ seitdem fort, während die Betriebszahlen im Osten durch Ausgründungen noch leicht zunahmen. Die Landwirtschaftszählung von 2020 ergab folgendes Bild: Bundesweit sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe auf 263 500. Bei einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 16,6 Mio Hektar entfielen auf einen Betrieb im Durchschnitt 63 Hektar. Während im süddeutschen Raum kleinere Betriebsgrößen dominierten (in Bayern und Baden-Württemberg mit durchschnittlich 36 Hektar), waren die Betriebe im Norden deutlich größer: in Niedersachsen mit 73 Hektar und in Schleswig-Holstein mit 81 Hektar. Ostdeutschland war aber nach wie vor durch großflächige Betriebe geprägt, so vor allem in Sachsen-Anhalt (mit 267 Hektar) und in Mecklenburg-Vorpommern (mit 282 Hektar je Betrieb). Wie in der Flächenbewirtschaftung zeigte sich auch in der Tierhaltung ein Trend zu immer größeren Einheiten und zugleich eine fortschreitende Spezialisierung. 42 % der Betriebe verfügten 2020 noch über zusätzliche Einkommensquellen, z. B. durch Erzeugung von Ökostrom.

In den landwirtschaftlichen Betrieben fanden 2019/2020 rund 937 000 Menschen Beschäftigung. Als Familienarbeitskräfte waren auf den Bauernhöfen 436 100 Personen tätig. Hinzu kamen 229 300 ständig angestellte Arbeitskräfte und 271 500 Saisonarbeitskräfte.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2021
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