Wald - Natur und Wirtschaft

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Infografik Nr. 302120

Wald – Natur und Wirtschaft

In einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland hat der Wald unverzichtbare Schutz- und Erholungsfunktionen. Seine Bedeutung für die dauernde Le ...

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Wald – Natur und Wirtschaft

In einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland hat der Wald unverzichtbare Schutz- und Erholungsfunktionen. Seine Bedeutung für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, für das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild und nicht zuletzt für die erholungsuchende Bevölkerung liegt auf der Hand. Daneben erfüllt er auch beachtliche wirtschaftliche Nutzfunktionen.

Nach heutigem Stand bedeckt der Wald mit seinen 90 Milliarden Bäumen rund 11,4 Mio Hektar oder 32 % der Fläche des Bundesgebiets. Die waldreichsten Bundesländer sind Hessen und Rheinland-Pfalz (mit einem „grünen“ Flächenanteil von je 42 %), das Saarland (40 %), Baden-Württemberg (38 %) sowie Bayern und Brandenburg/Berlin (je 37 %). Setzt man den Forstbestand in Beziehung zur Bevölkerungszahl, so kommt auf jeden Einwohner der Bundesrepublik eine Waldfläche von durchschnittlich 1400 m².

Für den deutschen Wirtschaftswald ist ein hoher Anteil an Nadelhölzern charakteristisch. Fichten machen bundesweit allein 26 % des Baumbestandes aus, Kiefern 23 %, andere Nadelbäume (wie Lärchen, Tannen, Douglasien) noch einmal 7 %. Demgegenüber entfallen knapp 11 % auf Eichen, 16 % auf Buchen und 18 % auf sonstiges Laubholz. Um rascher Erträge willen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg vielfach reine Nadelholzkulturen angelegt, deren Nachteile (Bodenverschlechterung, erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge) inzwischen erkannt sind. Daher wird heute versucht, durch geeignete Mischung der Baumarten ökologische Schäden und forstwirtschaftliche Einbußen zu vermeiden. Im Zuge dieses Waldumbaus hat die Fläche der Laubhölzer seit 2002 um 315000 Hektar (7 %) zugenommen, während die Fichtenfläche um 242000 Hektar zurückgegangen ist. Laubbäume spielen eine wichtige Rolle für die Waldböden, die Grundwasserbestände und die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen. Sie sollen auch die Anpassungsfähigkeit der Waldbestände an den Klimawandel erhöhen. Darüber hinaus wird eine Verbesserung der Waldstruktur durch einen gemischten und mehrschichtigen Waldaufbau angestrebt.

Von der gesamten Waldfläche der Bundesrepublik stehen 48 % in privatem Eigentum; 33 % gehören als Staatswald dem Bund und den Ländern und 19 % entfallen auf Gemeinden, Gemeindeverbände, Kreise, Kirchen usw. Von 2002 bis 2012 wurden durchschnittlich 76 Mio m³ Rohholz pro Jahr genutzt. Trotzdem nahm der Holzvorrat der Wälder noch zu und war mit 3,7 Mrd m³ (das entsprach 336 m³ pro Hektar) so groß wie seit Jahrhunderten nicht mehr – größer als in jedem anderen Land der EU.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2015
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