Öko-Landwirtschaft im Vergleich

Öko-Landwirtschaft im Vergleich

Infografik Nr. 307300

Ökologische Landwirtschaft im Vergleich

Die „konventionelle“ Landwirtschaft konnte in den letzten Jahrzehnten durch Rationalisierung und Spezialisierung, neue Tier- und Pfl ...

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Ökologische Landwirtschaft im Vergleich

Die „konventionelle“ Landwirtschaft konnte in den letzten Jahrzehnten durch Rationalisierung und Spezialisierung, neue Tier- und Pflanzenzüchtungen, Anwendung chemischer Pflanzenschutz- und Düngemittel und den Einsatz Arbeit sparender Maschinen immer höhere Naturalerträge erzielen. Mit dieser Art der Landbewirtschaftung sind aber auch unbestreitbar negative Folgen für die Umwelt verbunden, so etwa die Belastung der Gewässer und des Bodens mit Nitraten und Phosphaten, die Einschränkung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren und die Beeinträchtigung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit.

Als Alternative dazu strebt der ökologische Landbau eine naturnahe Produktion in geschlossenen betrieblichen Kreisläufen an. Das will er erreichen durch • schonende Bodenbearbeitung, Verwendung betriebseigener organischer Dünger (Mist, Kompost), Felderwirtschaft mit Fruchtfolge, Brache und Gründüngung, • standortgerechte Pflanzenwahl, Auswahl widerstandsfähiger Sorten, Unkrautregulierung durch Eggen, Hacken, Abflämmen usw., natürlichen Pflanzenschutz mithilfe von Nützlingen, • artgemäße Tierhaltung, Tierernährung mit vollwertigem, im eigenen Betrieb erzeugten Futter, Auslaufmöglichkeit, Anpassung des Tierbestandes an die gegebenen Standort- und Betriebsbedingungen, • Verzicht auf leicht lösliche Mineraldünger, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Futterzusätze wie Hormone und Antibiotika. Wo ein Zukauf externer Betriebsmittel vonnöten ist, geschieht er ausschließlich aus ökologischer Erzeugung.

Auf Grund der wachsenden Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hat der ökologische Landbau in Deutschland zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. 2014 arbeiteten in Deutschland rund 23940 landwirtschaftliche Betriebe auf einer Fläche von 1,09 Mio Hektar (= 6,5 % der gesamten Agrarfläche) nach den Vorschriften der europäischen Öko-Verordnung. Ihr Anteil am Verkaufserlös der gesamten deutschen Landwirtschaft lag 2013 bei 3,5 %; bei einigen Produkten erreichten sie aber deutlich höhere Anteile (Eier: 28 %, Obst: 13 %, Gemüse: 10 %; Wein: 7 %).

Ein Vergleich mit konventionell wirtschaftenden Betrieben zeigt, dass der ökologische Landbau auch betriebswirtschaftlich eine lohnende Alternative sein kann. Die Öko-Betriebe weisen zwar niedrigere Hektarerträge auf, erzielen für ihre Produkte in der Regel aber höhere Verkaufserlöse. Auf der Kostenseite wirkt sich der Verzicht auf Agrarchemikalien und auf den Zukauf von Tieren und Futtermitteln vorteilhaft für sie aus. Dafür haben sie einen größeren Arbeitsaufwand und entsprechend höhere Lohnkosten bei der Unkrautbekämpfung, in der Tierhaltung oder bei der Direktvermarktung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2015
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