Fleischerzeugung und Fleischverzehr

Fleischerzeugung und Fleischverzehr

Infografik Nr. 307801

Fleischerzeugung und Fleischverzehr in Deutschland

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Fleisch in Deutschland auf Jahre hinaus ein knappes und teures Nahrungsgut, das sich die meisten Hau ...

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Fleischerzeugung und Fleischverzehr in Deutschland

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Fleisch in Deutschland auf Jahre hinaus ein knappes und teures Nahrungsgut, das sich die meisten Haushalte nur gelegentlich leisten konnten. Das änderte sich mit der Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion und dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung der 1950er und 1960er Jahre. Fleisch wurde nun für immer mehr Verbraucher erschwinglich, der Fleischkonsum entwickelte sich zum Symbol des wachsenden Wohlstands. Über drei Jahrzehnte stieg der Pro-Kopf-Verzehr fast kontinuierlich an: von 26,2 kg im Jahr 1950 auf 70,3 kg (1988). Erst danach flachte die Verbrauchsentwicklung ab. Ab Mitte der 1990er Jahre pendelte sich der durchschnittliche Fleischkonsum pro Kopf zwischen 60 und 62 kg jährlich ein. 2013 lag der Pro-Kopf-Verzehr bei 60,4 kg.

Fleisch vom Schwein ist bei den deutschen Verbrauchern am beliebtesten. Nach Schätzungen des Bundesmarktverbandes für Vieh und Fleisch verzehrte jeder Bundesbürger 2013 im Schnitt 38,1 kg Schweinefleisch. An zweiter Stelle folgte Geflügelfleisch (11,6 kg), dann erst Rind- und Kalbfleisch (8,9 kg). Die weiteren Fleischsorten (wie Schaf- und Ziegenfleisch, Kaninchen, Wild) fielen demgegenüber mit 1,8 kg kaum ins Gewicht. In langfristiger Betrachtung verlor der Konsum von Rind- und Kalbfleisch an Bedeutung, während der Verzehr von Schweinefleisch bis in die 1980er Jahre und von Geflügelfleisch bis in die jüngste Zeit zunahm. Die Ursachen dafür liegen im Preisgefälle zwischen den verschiedenen Fleischarten und in veränderten Ernährungstrends. Einfluss auf die Verzehrgewohnheiten – einschließlich des Fleischkonsums insgesamt – hatten auch die groß aufgemachten Medienberichte über Tierkrankheiten (wie Schweinepest, BSE oder Vogelgrippe) und wiederholte Lebensmittelskandale („Gammelfleisch“). Zudem stoßen die Bedingungen der Tierhaltung auf zunehmende Skepsis bei den Verbrauchern.

Während der Fleischkonsum auf hohem Niveau stagniert, nimmt die Fleischproduktion in Deutschland immer noch zu. 2014 erreichte die Zahl der Schlachtungen einen neuen Rekordstand: Geschlachtet wurden 58,9 Mio Schweine, 3,5 Mio Rinder und Kälber, 1,5 Mio Schafe und Ziegen sowie rund 729 Millionen Hühner und anderes Geflügel. Die Gesamtmenge des erzeugten Fleisches lag bei 8,3 Mio Tonnen (Schlachtgewicht). Davon entfielen 5,5 Mio t auf Schweinefleisch, 1,2 Mio t auf Rind- und Kalbfleisch sowie 1,6 Mio t auf Geflügelfleisch (letzteres nur aus gewerblichen Schlachtungen). Schätzungsweise 7,2 Mio t Fleisch standen für den inländischen Verbrauch zur Verfügung. Nach Abzug der industriell verwerteten oder zu Futter verarbeiteten Mengen, der Knochen usw. blieben davon rund 68 % für den menschlichen Verzehr.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 04/2015
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