Honigbienen

Honigbienen

Infografik Nr. 307341

Anders als die übrigen Insektenarten werden Bienen schon seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten, weil sie die Menschen mit Honig und Wachs versorgen. Bis heute hat die Imkerei dadurch neben ihrer ökologischen auch eine doppelte wirtschaftliche Bedeutung.

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Bienen spielen eine unentbehrliche Rolle im Naturhaushalt. Sie bestäuben die Blüten von Kultur- und Wildpflanzen und tragen so zur Erhaltung der Pflanzenarten und zur Nahrungsmittelerzeugung der Landwirtschaft bei. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO hängen u.a. 80-100 % der Apfel-, 50-100 % der Raps- und 50-100 % der Sonnenblumenernte von der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten ab. Anders als die übrigen Insektenarten werden Bienen aber schon seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten, weil sie die Menschen mit Honig und Wachs versorgen. Bis heute hat die Imkerei dadurch neben ihrer ökologischen auch eine doppelte wirtschaftliche Bedeutung.

In Deutschland ging die Zahl der von Imkern gehaltenen Bienenvölker laut FAO-Statistik von 1,6 Mio (1990) auf nur noch 670 000 im Jahr 2007 zurück. Die Gründe dafür waren vielfältig: Die Ausdehnung landwirtschaftlicher Monokulturen und die Verödung der Feldraine, Parasitenbefall und Bienenkrankheiten, der Einsatz von Pestiziden und der Wegfall der Honigsubventionen und Bestäubungsprämien in Ostdeutschland trugen zu diesem Rückgang bei, besonders aber die zunehmenden Importe von billigem Honig aus Ländern wie Mexiko, Argentinien, China oder der Ukraine, die dem einheimischen Honig Konkurrenz machten.

Inzwischen nimmt der Bestand jedoch wieder zu: 2019 gab es bundesweit mehr als 940 000 Bienenvölker. Und auch in der EU ist ein aufsteigender Trend zu verzeichnen: von 11,6 Mio Bienenstöcken (2004/06) auf 18,5 Mio (2019). Deutschland nimmt im europäischen Vergleich eine Sonderrolle ein. So gibt es hierzulande die meisten Imker (2019 rund 150 000, etwa ein Viertel der EU-Gesamtzahl), aber auf jeden Halter entfallen im Durchschnitt nur 6 Völker, weniger als in allen anderen Ländern der EU. Dies ist so zu verstehen, dass in Deutschland nur ein begrenzte Anzahl professioneller Bienenzüchter, dafür aber sehr viele Hobbyimker aktiv sind. Das spricht für das ökologische Bewusstsein einer wachsenden Zahl von Bienenliebhabern, ist aber nicht ganz unproblematisch, wenn die fachmännische Bekämpfung von Bienenseuchen und die Abwehr von Schädlingen gefragt sind.

Die Honigerzeugung unterliegt starken natürlichen Schwankungen. 2018 wurden in Deutschland 28700 t Honig gewonnen, im Jahr darauf jedoch nur 24 100 t. Bei einem inländischen Jahresverbrauch von etwa 1 kg Honig pro Kopf deckt die heimische Erzeugung langfristig gut ein Viertel des Bedarfs. 2019 wurden rund 79 400 t Honig importiert, auf der anderen Seite gingen 23 500 t in den Export.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2020
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