Tierhaltung in Deutschland

Tierhaltung in Deutschland

Infografik Nr. 307790

Massentierhaltung gewährleistet die Erfüllung des Kundenwunsches nach günstigen Fleischprodukten. Welche Merkmale diese Form der Tierhaltung hat und welche Auswirkungen auf das Tierwohl auftreten, behandelt dieses neue ZAHLENBILD. Hier herunterladen!

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Um jene Mengen an billigem Fleisch und Eiern auf den Markt zu bringen, an die sich die Verbraucher so gewöhnt haben, ist die Intensivtierhaltung, auch Massentierhaltung genannt, die vorherrschende Produktionsform. Der Anteil ökologisch gehaltener Tiere ist äußerst gering; bei Rindern betrug er 2020 knapp 8 %, bei Hühnern rund 5 % und bei Schweinen weniger als 1 %. Auf jeden Betrieb kommen in der Regel hunderte, oft auch tausende Tiere. In der Rinderhaltung sind es im deutschen Durchschnitt 115 Tiere pro Betrieb, in der Schweinehaltung rund 800, in einigen ostdeutschen Ländern sogar mehr als 2 000. Bei den Schweinen zeigt sich der Trend zu immer größeren Betrieben besonders ausgeprägt: Hier hat die Zahl der Tiere pro Betrieb in den letzten zehn Jahren um mehr als 80% zugenommen. Ähnliches lässt sich für Legehennen feststellen: Fast 90 % aller Haltungsplatze entfallen auf Betriebe mit mehr als 10 000 Hühnern.

Daten zu den verschiedenen Haltungsformen liefert das Statistische Bundesamt, zuletzt für 2020. Sie lassen erahnen, welchen Bedingungen Nutztiere in der deutschen Landwirtschaft unterworfen sind. Von den 11,5 Millionen Haltungsplätzen für Rinder entfallen immer noch 10 % auf die Anbindehaltung. Dabei werden die Tiere über Halsrahmen oder Ketten in Gittervorrichtungen fixiert. Die meisten Rinder (83 %) haben in Laufställen zwar mehr Freiraum, bewegen sich dort häufig aber auf sogenannten Vollspaltenböden. Diese Böden haben Betonstege als Auftrittsfläche, unterbrochen von Spalten, durch die Kot und Urin in ein Abflusssystem abgeführt werden. Auf dem Beton rutschen die Tiere aus, verletzen sich die Klauen, bekommen Druckstellen vom Liegen und andere Körperschäden. Etwa 7 % entfallen auf weitere Haltungsformen. Die Möglichkeit, außerhalb der Ställe auf Weiden zu grasen, hat kaum ein Drittel (31 %) aller Rinder. Bei den 27,9 Millionen Haltungsplätzen für Schweine überwiegen in den Ställen bei weitem die schon erwähnten Vollspaltenböden (79 %), mit all ihren Negativfolgen für das Tierwohl. Nur noch 17 % entfallen auf Teilspaltenböden, wo immerhin die Fress- und Liegebereiche mit Stroh oder ähnlichem ausgelegt sind. Tierfreundlichere Haltungsformen wie solche mit Streu am gesamten Boden sind auf einen Anteil von nur noch 4 % zurückgegangen. Eine Verbesserung der Haltungsbedingungen lässt sich derweil bei den Legehennen konstatieren. Die Mehrzahl der 60,9 Millionen Haltungsplätze entfällt zwar immer noch auf die Bodenhaltung (65 %), doch seit 2010 hat die Freilandhaltung mit einer Steigerung von 17 auf 31 % die Käfighaltung zunehmend verdrängt. Letztere sank im gleichen Zeitraum von 17 auf 4 %. Dahinter steht das seit 2010 geltende Verbot der Haltung in Legebatterien. Ab 2026 wird auch die Haltung in Kleingruppenkäfigen nicht mehr erlaubt sein.

Ausgabe: 02/2022
Reihe: 53
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