Flugreisen

Flugreisen

Infografik Nr. 426420

In den 1960er Jahren wurde das Flugzeug zum Massentransportmittel. Am Ende des Jahrzehnts (1969) absolvierte der erste Jumbo-Jet, die „Boeing 747“, seinen Jungfernflug. Seither ist die Zahl der Passagiere weltweit fast stetig gestiegen: Ende der 1970er Jahre wurden schon mehr als eine halbe Milliarde Fluggäste befördert, in den 1990er Jahren wurde die Milliardengrenze überschritten.

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Die Erfindung des Flugzeugs machte nicht nur den uralten Traum vom Fliegen wahr, als Massenverkehrsmittel ist das Flugzeug heute auch eine der wichtigsten Triebkräfte der Globalisierung. Pionier der Luftfahrt war Otto von Lilienthal, der ab 1891 mit seinen selbstgebauten Gleitflugzeugen erstmals Distanzen von bis zu 250 Metern überwand. An Lilienthals Entdeckungen knüpften die Brüder Wright an, denen es 1903 gelang, ihre Doppeldecker-Gleitflugzeuge mit motorisierten Propellern anzutreiben. Im Ersten Weltkrieg wurden Flugzeuge nur militärisch genutzt. Erst ab 1919 begann der zivile Luftverkehr mit Passagierflugzeugen, die aber kaum mehr als ein Dutzend Fluggäste befördern konnten. Doch mit der Weiterentwicklung vom Propellerantrieb zu Strahltriebwerken (ab den 1950er Jahren) konnten Verkehrsflugzeuge immer schneller fliegen und immer mehr Passagiere aufnehmen. So wurde das Flugzeug in den 1960er Jahren zum Massentransportmittel. Am Ende des Jahrzehnts (1969) absolvierte der erste Jumbo-Jet, die „Boeing 747“, seinen Jungfernflug. Seither ist die Zahl der Passagiere weltweit fast stetig gestiegen: Ende der 1970er Jahre wurden schon mehr als eine halbe Milliarde Fluggäste befördert, in den 1990er Jahren wurde die Milliardengrenze überschritten, und 2018 machten nach Angaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bereits mehr als 4 Milliarden Menschen eine Flugreise.

Dieser enorme Aufwärtstrend spiegelt sich auch in der Entwicklung in Deutschland wieder, wo die Kurve der Passagierzahlen einen ähnlichen Verlauf zeigt wie auf der globalen Ebene. Jedenfalls gilt dies für die Auslandsflüge: Im Jahr 1960 hatten rund 1,2 Mio Passagiere in Deutschland ein Flugzeug mit einem Ziel im Ausland bestiegen, 1976 hatte sich die Zahl auf 10,3 Mio verzehnfacht, und 2018 lag sie bei annähernd 100 Mio. Besonders in den letzten dreißig Jahren stieg die Kurve steil an, unterbrochen nur von den Auswirkungen der Terroranschläge des 11. September 2001 und der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007/08. Die fünf beliebtesten Länder für Flugreisen waren 2018 Spanien mit einem Anteil von 15 %, Großbritannien und die Türkei (mit jeweils 8 %), Italien (7 %) und die USA (5 %).

Ein Problem des zunehmenden Flugreiseverkehrs ist dessen Klimaschädlichkeit: So verursacht ein Flug nach Mallorca und zurück pro Passagier einen Ausstoß von rund 0,8 Tonnen CO2, nach New York und zurück sind es schon über 3 Tonnen. Zudem werden bei der Kerosin-Verbrennung weitere Stoffe freigesetzt, die ebenfalls zur Erderwärmung beitragen: Stickoxide bauen Ozon auf, Aerosole und Wasserdampf beeinflussen die Wolkenbildung. Dadurch vervielfacht sich die klimaschädliche Wirkung des CO2-Ausstoßes.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2019
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