Die Entstehung des Bruttoinlandsprodukts

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Die Entstehung des Bruttoinlandsprodukts

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe der wirtschaftlichen Leistungen, die in einem bestimmten Wirtschaftsgebiet während eines bestimmte ...

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Die Entstehung des Bruttoinlandsprodukts

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die Summe der wirtschaftlichen Leistungen, die in einem bestimmten Wirtschaftsgebiet während eines bestimmten Zeitraums (z.B. eines Jahres) erbracht werden. Es misst die inländische Produktion von Waren und Dienstleistungen. Das Bruttoinlandsprodukt ist also die geeignete Größe, wenn die wirtschaftliche Situation eines Landes von der Produktionsseite her betrachtet werden soll. In seinem realen (preisbereinigten) Wachstum oder Rückgang spiegelt sich die Binnenkonjunktur. Es gibt aber auch Aufschluss über die Struktur der Wirtschaft und deren Veränderung. Wird die Produktionsleistung eines Jahres auf die beteiligten Wirtschaftsbereiche aufgeschlüsselt, zeigt sich im Vergleich mit früheren Perioden, wie sich die Gewichte zwischen den Sektoren verschoben haben.

Das Bruttoinlandsprodukt errechnet sich aus der Bruttowertschöpfung der einzelnen Wirtschaftsbereiche unter Hinzurechnung der Gütersteuern und abzüglich der Gütersubventionen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts belief sich die Bruttowertschöpfung im deutschen Wirtschaftsraum 2015 auf 2723 Mrd €, das Bruttoinlandsprodukt auf 3026 Mrd €. In der Aufgliederung nach Wirtschaftsbereichen ergibt sich folgendes Bild: Das Produzierende Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) als industrielles Herzstück der deutschen Volkswirtschaft trug rund ein Viertel (26 %) zur gesamtwirtschaftlichen Produktion der Bundesrepublik bei. Der gesamte Bereich der Gütererzeugung – Landwirtschaft, Produzierendes Gewerbe und Bauwirtschaft zusammen – kam auf einen Anteil von 31 %.

Trotz der immer noch großen Bedeutung der Industrie wird das Wirtschaftsgeschehen aber in wachsendem Maß von den Dienstleistungen geprägt. So leistete die Güterverteilung (Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation) 2015 einen Beitrag von 20 % zur Bruttowertschöpfung. Weitere 49 %, d.h. fast die Hälfte der gesamten Wertschöpfung, entfielen auf die Dienstleistungen im engeren Sinn, davon gut 26 % auf den Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen und 22 % auf die öffentlichen und die sonstigen Dienstleister.

Zieht man die statistischen Daten für das Jahr 1970 (im früheren Bundesgebiet) zum Vergleich heran, wird das Ausmaß des Strukturwandels deutlich, den die deutsche Wirtschaft seitdem durchlaufen hat: Damals entfielen noch 52 % der Bruttowertschöpfung auf die Gütererzeugung und 19 % auf die Güterverteilung, aber erst 29 % auf den Dienstleistungssektor im engeren Sinn.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2016
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