Entwicklung der Masseneinkommen

Entwicklung der Masseneinkommen

Infografik Nr. 491145

Nach dem Ende des Dotcom-Booms 2000/2001 durchlief die deutsche Wirtschaft eine langgestreckte Phase mit schleppender Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit – eine schwierige Zeit gerade für N ...

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Nach dem Ende des Dotcom-Booms 2000/2001 durchlief die deutsche Wirtschaft eine langgestreckte Phase mit schleppender Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit – eine schwierige Zeit gerade für Normalhaushalte, deren Konsum in dieser Zeit annähernd stagnierte. Die Gründe dafür lagen in der Entwicklung der Einkommen, speziell der sogenannten Masseneinkommen, die gut zwei Drittel des verfügbaren Einkommens aller Privathaushalte ausmachen. Sie setzen sich zusammen aus den • Nettolöhnen und -gehältern und den von den Haushalten empfangenen • monetären Sozialleistungen (darunter Renten und andere Geldleistungen der Sozialversicherung, Pensionen, Leistungen privater Sicherungssysteme). Einkünfte aus Unternehmensgewinnen und Kapitalerträgen bleiben dabei ausgeklammert. Die Masseneinkommen repräsentieren im Kern somit die finanzielle Lebensgrundlage der unteren und mittleren Bevölkerungsschichten.

Wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht, wuchsen die Masseneinkommen in Deutschland zwischen 1998 und 2017 von 859 auf 1350 Milliarden €. Nach einem kräftigen Anstieg in den Jahren 1999-2001 veränderten sie sich bis 2007 nur noch in kleinen Schritten – ein Ergebnis des gebremsten Lohnanstiegs, des zeitweiligen Beschäftigungsrückgangs und politischer Maßnahmen zur Dämpfung der Sozialausgaben. Die unteren und mittleren Einkommensschichten waren in dieser Zeit mithin gleich doppelt betroffen: Auf der einen Seite durch die anhaltende wirtschaftliche Flaute, auf der anderen Seite durch die Auswirkungen der Spar- und Reformpolitik jener Jahre.

Ab 2008 nahmen die Masseneinkommen dann insgesamt wieder stärker zu. Auf Grund der steigenden Verbraucherpreise hatten sie in den Jahren 2003-2008 allerdings kontinuierlich an Kaufkraft verloren und übertrafen erst 2012 das Kaufkraftvolumen von 2001/2002. Für die Lohn- und Rentenempfänger endete damit ein Jahrzehnt stagnierender oder gar schrumpfender Realeinkommen. Dank hoher Beschäftigung sowie steigender Löhne und Renten setzte sich die Aufwärtsentwicklung danach fast ununterbrochen fort. 2017 lagen die Masseneinkommen nominal um 57 % höher als 1998; real (preisbereinigt) übertrafen sie den damaligen Stand um 21 %; pro Kopf lag der reale Zuwachs bei 19 %.

Trug der private Konsum ab 2002 über lange Zeit nur wenig zum Wirtschaftswachstum bei, so kam ihm ab 2011 wieder eine wichtigere Rolle zu: Während Investitionen und Export sich zeitweise nur schwach oder gar rückläufig entwickelten, wirkten die Konsumausgaben seitdem als stabile Stütze der Konjunktur.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2018
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