Wirtschaftsstruktur im Wandel

Wirtschaftsstruktur im Wandel

Infografik Nr. 220020

Die Wirtschaft unterliegt stetigem Wandel. Dieses ZAHLENBILD zeigt die Veränderungen im primären, sekundären und tertiären Sektor. Direkt herunterladen!

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Die fortlaufende Veränderung der Beschäftigungs- und Produktionsstrukturen ist ein Entwicklungsmerkmal der modernen Volkswirtschaften. Im Zuge des industriellen Wachstumsprozesses verlagert sich der Schwerpunkt der Wirtschaftstätigkeit vom primären Wirtschaftssektor (Landwirtschaft) zum sekundären Sektor (das heißt zur Sachgüterproduktion in Handwerk und Industrie) und schließlich zum tertiären Sektor (den privaten und öffentlichen Dienstleistungen).

Ausmaß und Richtung des Strukturwandels werden im Wesentlichen durch Veränderungen der Nachfrage und unterschiedlich rasche Produktivitätsfortschritte in den einzelnen Wirtschaftssektoren bestimmt. So nimmt mit steigenden Einkommen der Bedarf an gewerblichen Erzeugnissen und Dienstleistungen stärker zu als der Bedarf an Nahrungsmitteln. Dem gewerblichen Sektor kommt auch die wachsende Nachfrage nach Kapitalgütern wie Bauten und Maschinen zugute. Daher weitet er seinen Beschäftigungsanteil und seinen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung zunächst kontinuierlich aus. Mit dem Begriff der Industrialisierung versuchten die Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts diese Entwicklung zu fassen. Ein uneinheitliches Bild bietet daneben der tertiäre Sektor. Während das Dienstbotenwesen an Bedeutung verliert, erleben Handel und Verkehr einen stürmischen Aufschwung: In einer Volkswirtschaft, deren Märkte sich ständig ausweiten und deren Zweige sich immer mehr spezialisieren, organisieren sie den Warenumschlag und sorgen für Mobilität. In einem zweiten Schub erfolgt der Ausbau des Bank- und Versicherungswesens, der persönlichen Dienste und der öffentlichen Verwaltung (einschließlich Bildung und Erziehung).

Sobald die industrielle Entwicklung ein bestimmtes Reifestadium erreicht hat, nimmt der Anteil des sekundären Sektors an der Gesamtbeschäftigung nicht mehr zu. Der technische Fortschritt ermöglicht es nun, die Güterproduktion zu steigern, ohne zusätzliche Arbeitskräfte in Anspruch zu nehmen. Im Dienstleistungsbereich hingegen führen die wachsende Nachfrage und die Erweiterung des Leistungsangebots (Beispiele: Gesundheitswesen, Wirtschafts- und Rechtsberatung, Forschung und Entwicklung, Freizeitsektor) zu einem weiteren personellen Ausbau, zumal die Rationalisierungsmöglichkeiten hier häufig begrenzt sind. Hinzu kommen die sektoral unterschiedlichen Auswirkungen der internationalen Arbeitsteilung. Die Industriegesellschaft wandelt sich so zur Dienstleistungsgesellschaft. In Deutschland mit seiner starken Industrietradition bestehen aber enge Wechselbeziehungen zwischen der produzierenden Wirtschaft und den höherwertigen unternehmensbezogenen Dienstleistungen.

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