Existenzgründungen

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Infografik Nr. 227001

Existenzgründungen

In Deutschland nehmen mehr als drei Millionen Unternehmen mit ihren Entscheidungen und Leistungen am Wirtschaftsleben teil. Wie in einem marktwirtschaftlichen System ...

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Existenzgründungen

In Deutschland nehmen mehr als drei Millionen Unternehmen mit ihren Entscheidungen und Leistungen am Wirtschaftsleben teil. Wie in einem marktwirtschaftlichen System nicht anders zu erwarten, unterliegt diese Unternehmenslandschaft ständigen Veränderungen: So werden einerseits Betriebe stillgelegt, andererseits treten immer neue Wirtschaftseinheiten auf den Plan – häufig in Form von Existenzgründungen, mit denen die Gründer ihr Vorhaben wirtschaftlicher Selbstständigkeit in die Tat umsetzen.

Um eine Existenzgründung handelt es sich laut Definition des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM), wenn ein neuer Betrieb mit seiner Hauptniederlassung an den Start geht, ein Kleingewerbebetrieb angemeldet wird oder ein Unternehmen durch Erbfolge, Kauf oder Pacht in neue Hände übergeht. Nicht mitgerechnet werden Nebenerwerbsgründungen und die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit in den Freien Berufen. Nach dieser Zählweise erfolgten in Deutschland von 2003 bis 2015 rund 4,9 Millionen Existenzgründungen. Das lebhafte Gründungsgeschehen spiegelt die Bereitschaft vieler Menschen, sich unternehmerisch zu engagieren, ihre Produkt- oder Verkaufsideen umzusetzen und über ihren wirtschaftlichen Erfolg selbst zu bestimmen. Allerdings wurden und werden Existenzgründungen häufig auch nur deshalb gewagt, weil sich auf dem Arbeitsmarkt nicht genug Beschäftigungsmöglichkeiten bieten – ein Gründungsmotiv, das durch Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (Überbrückungsgeld, Ich-AG, Gründungszuschuss) zeitweise starken Auftrieb erhielt. Noch relativ schwach entwickelt ist in Deutschland dagegen die Bereitschaft junger Akademiker, sich mit Start-ups in zukunftsweisenden Feldern selbstständig zu machen.

Folgt man der Statistik des IfM, so erreichte die Zahl der Existenzgründungen 2004 (im Jahr nach Einführung der Ich-AG) mit 573000 ihren höchsten Stand. Danach ging sie bis zur Wirtschaftskrise 2009/10 kontinuierlich zurück und schrumpfte nach Überwindung der Krise weiter – 2015 auf nur noch 299000. Dies belegt den engen Zusammenhang zwischen dem Gründungsgeschehen und der (zuletzt deutlich positiven) Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Bezogen auf jeweils 10000 Erwerbsfähige fanden in Berlin 2015 die meisten Existenzgründungen statt (112) – fast doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt (59) und dreimal so viele wie in Thüringen (35). Den Existenzgründungen stehen Jahr für Jahr zahlreiche Liquidationen gegenüber, sei es, dass Unternehmen oder Kleingewerbe ganz aufgegeben werden oder in neuen Besitz übergehen. In den Jahren 2008 und ab 2012 überwogen die Schließungen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2016
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