Genossenschaften in Deutschland

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Infografik Nr. 227031

Genossenschaften in Deutschland

Die Wirtschaftsform der Genossenschaft blickt in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Kr ...

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Genossenschaften in Deutschland

Die Wirtschaftsform der Genossenschaft blickt in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Kredit-, Beschaffungs- und Konsumgenossenschaften, in denen sich Verbraucher oder Handwerker zusammenschlossen, um sich durch die gemeinsam betriebene Einrichtung in ihrer Haushaltsführung oder ihrem Gewerbe zu unterstützen. Bis heute beruhen die Genossenschaften auf den Prinzipien der Solidarität, der Selbsthilfe und der Selbstverwaltung; ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, die eigenen Mitglieder zu fördern, ihnen besondere Vorteile und Leistungen zukommen lassen. Der Förderzweck einer Genossenschaft kann nach dem Genossenschaftsgesetz auf den Erwerb, die Wirtschaft oder die kulturellen und sozialen Belange ihrer Mitglieder ausgerichtet sein. Daraus ergibt sich ein breites Feld genossenschaftlicher Betätigung.

Nach einem Bericht der DZ Bank gab es in Deutschland 2014 insgesamt 7881 genossenschaftliche Unternehmen. Gemessen an der Zahl der Unternehmen (2609) und der Mitarbeiter (596000) standen die gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften dabei im Vordergrund. Zu diesem Bereich gehören große Einkaufsgenossenschaften, aber auch kleine Genossenschaften, die mit dem Betrieb von Dorfläden die Nahversorgung sichern. Handwerks-, Wasser-, Verkehrs- und Produktionsgenossenschaften sind in ihm ebenso vertreten wie zwischen 2008 und 2013 in großer Zahl neu gegründeten Energiegenossenschaften. Die zumeist im Raiffeisen-Verband organisierten ländlichen Genossenschaften umfassten 2273 Unternehmen mit 96000 Mitarbeitern. Sie betreiben u.a. den Ein- und Verkauf landwirtschaftlicher Betriebsmittel und die Verarbeitung und Vermarktung tierischer und pflanzlicher Erzeugnisse. Die Genossenschaftsbanken (wie Volksbanken, Raiffeisenbanken) haben die meisten Mitglieder (2014: rund 18 Millionen); die Zahl der Institute sank zwischen 2000 und 2014 allerdings um 40 % auf 1065. Vorwiegend in Städten und Ballungsregionen sind die 1907 Wohnungsgenossenschaften tätig, die sich die Versorgung ihrer Mitglieder mit günstigem Wohnraum zum Ziel setzen. Konsumgenossenschaften haben sich trotz starker Konkurrenz in einigen Regionen erfolgreich gehalten.

Neue Chancen für genossenschaftliches Handeln, gepaart mit bürgerschaftlichem Engagement, eröffnen sich u.a. in ländlichen Regionen, in denen Kommunen oder marktbestimmte Unternehmen ihr Angebot an Leistungen für die Bevölkerung nicht aufrechterhalten können, z.B. in der Versorgung mit Gesundheits-, Verkehrs- oder Betreuungsdienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten oder Freizeiteinrichtungen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2016
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