Die Leistung der Länder

Die Leistung der Länder

Infografik Nr. 230003

Zwischen den deutschen Bundesländern besteht ein erhebliches wirtschaftliches Leistungsgefälle. Diese Unterschiede lassen sich zu einem Teil immer noch auf die regionale und sektorale Schwerpunktbildung im Industrialisierungsprozess zurückführen. Stark beeinflusst sind sie aber auch noch durch die Auswirkungen der Spaltung Deutschlands und Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Und schließlich hat die Modernisierung und Anpassung der Wirtschaftsstruktur in den letzten Jahrzehnten maßgeblichen Anteil daran, wie ein Land heute dasteht.

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Zwischen den deutschen Bundesländern besteht ein erhebliches wirtschaftliches Leistungsgefälle. Diese Unterschiede lassen sich zu einem Teil immer noch auf die regionale und sektorale Schwerpunktbildung im Industrialisierungsprozess zurückführen. Stark beeinflusst sind sie aber auch noch durch die Auswirkungen der Spaltung Deutschlands und Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Und schließlich hat die Modernisierung
und Anpassung der Wirtschaftsstruktur in den letzten Jahrzehnten maßgeblichen Anteil daran, wie ein Land heute dasteht. Im Westen Deutschlands waren nach dem Krieg zunächst die Regionen im Vorteil, die schon im 19. Jahrhundert Vorreiter der Industrialisierung gewesen waren. Aber dieser Vorsprung blieb nicht von Dauer. So geriet Nordrhein-Westfalen als Kernland der deutschen Schwerindustrie schon gegen Ende der 1960er Jahre in eine anhaltende Strukturkrise, während Bayern, Baden-Württemberg und Hessen von neuen Industrien und Dienstleistungen profitierten.

Wirtschaftliche Leistungsunterschiede in einer ganz anderen Größenordnung kennzeichneten das Verhältnis zwischen alten und neuen Bundesländern nach der deutschen Einigung im Jahr 1990. Seitdem wurde die Infrastruktur Ostdeutschlands in weitem Umfang erneuert, auch kristallisierten sich wieder einige moderne Industriekerne heraus. Dennoch hinken die ostdeutschen Länder noch immer hinter der Wirtschaftskraft
Westdeutschlands her. Ein Grund dafür liegt im Fehlen großer Unternehmen, von denen entscheidende Anstöße für Forschung und Innovation ausgehen könnten.

Die vom Arbeitskreis volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder vorgelegten vorläufigen Daten für das Jahr 2019 weisen Nordrhein-Westfalen mit einem Bruttoinlandsprodukt von 711 Mrd € als wirtschaftlich stärkstes Bundesland aus – vor Bayern und Baden-Württemberg. Niedersachsen und Hessen folgen auf Rang vier und fünf. Die bevölkerungsmäßig kleinsten Bundesländer – das Saarland und Bremen – nehmen
die letzten Ränge ein, während die Stadtstaaten Berlin und Hamburg neben Rheinland-Pfalz und Sachsen im Mittelfeld rangieren. Nimmt man das Jahr 2005 als Startpunkt der jüngeren Wirtschaftsentwicklung, konnten Bayern und Baden-Württemberg ihren Anteil am BIP der Bundesrepublik seitdem deutlich steigern (Bayern von 17,3 auf 18,4%, Baden-Württemberg von 14,7 auf 15,4%). Dagegen verloren Nordrhein-Westfalen
(mit einem Rückgang von 21,9 auf 20,8%) und Hessen (von 9,2 auf 8,5%) an Boden. Zu den „Gewinnern“ gehörte auch Berlin, dessen Anteil am BIP der Bundesrepublik 2005-2019 von 3,8 auf 4,4% stieg; vorausgegangen waren allerdings starke Einbußen in den ersten 15 Jahren nach der deutschen Einigung.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2020
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