Erwerbstätige in der EU

Erwerbstätige in der EU

Infografik Nr. 726250

Die Europäische Union mit ihren rund 510 Millionen Einwohnern verfügt über ein gewaltiges Arbeitskräftepotenzial, das bisher aber selbst unter konjunkturell günstigen Bedingungen nicht voll ausges ...

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Die Europäische Union mit ihren rund 510 Millionen Einwohnern verfügt über ein gewaltiges Arbeitskräftepotenzial, das bisher aber selbst unter konjunkturell günstigen Bedingungen nicht voll ausgeschöpft wird. Gegen Ende der 1990er Jahre waren in der damaligen EU erst etwa 61 % der Männer und Frauen zwischen 15 und 64 Jahren erwerbstätig. Im Rahmen ihrer „Lissabon-Strategie“ setzte sich die EU das Ziel, die Erwerbstätigenquote (gemessen an der gleichaltrigen Bevölkerung) bis 2010 auf 70 % zu steigern. Unter den Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise wurde dieses Ziel aber deutlich verfehlt. Nur fünf Länder übertrafen die angepeilte Marke: Neben den Niederlanden, Dänemark und Schweden auch Österreich und Deutschland (71 %). Die im Juni 2010 verabschiedete Wachstumsstrategie der EU setzt inzwischen ein neues Ziel: Bis 2020 soll die Quote der erwerbstätigen 20- bis 64-Jährigen auf 75 % ansteigen. 2016 bewegte sich der entsprechende Wert zwischen 56 % im krisengeplagten Griechenland und 81 % in Schweden; Deutschland kam auf fast 79 %, der EU-Durchschnitt lag bei 71 %.

Die große Schwankungsbreite der Erwerbstätigkeit in der EU erklärt sich nicht zuletzt aus der größeren oder geringeren Erwerbsbeteiligung der Frauen – aus Unterschieden, die tief in den kulturellen Traditionen der einzelnen Länder wurzeln. Während in einigen südeuropäischen Ländern kaum mehr als die Hälfte der Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sind in den skandinavischen Ländern, im Baltikum, in den Niederlanden und Deutschland mehr als 70 % der Frauen erwerbstätig, wenn auch vielfach nur in Teilzeit. Große Unterschiede gibt es auch in der Beschäftigung älterer Arbeitskräfte. 2016 war aus der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen EU-weit nur gut jeder zweite (55 %) erwerbstätig. In Griechenland, Kroatien und Slowenien, aber auch im reichen Luxemburg gingen weniger als 40 % dieser Altersgruppe einer Beschäftigung nach, in Schweden hingegen mehr als 75 %. Der angestrebten Zunahme der Altersbeschäftigung steht in einigen Ländern allerdings eine hohe allgemeine Arbeitslosigkeit entgegen: 2016 waren in der EU insgesamt fast 21 Millionen Menschen arbeitslos.

Die strukturellen Eigenarten der einzelnen Volkswirtschaften schlagen sich in der Verteilung der Erwerbstätigen auf die Wirtschaftssektoren nieder. Im EU-Durchschnitt waren von den insgesamt 224 Millionen Erwerbstätigen zwischen 15 und 74 Jahren 2016 etwa 4 % in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei beschäftigt, 24 % im Produzierenden Gewerbe und 72 % im Dienstleistungssektor (davon 41 % in den marktbestimmten und 31 % in den nicht-marktbestimmten Dienstleistungen, z.B. im öffentlichen Dienst).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2017
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