Betriebsgrößen in der Landwirtschaft

Betriebsgrößen in der Landwirtschaft

Infografik Nr. 307210

Betriebsgrößen in der Landwirtschaft

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Betriebsgrößen in der Landwirtschaft

Für die Rentabilität der Landwirtschaft spielt die Betriebsgröße, gemessen an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF), eine wichtige Rolle. Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung bestanden in Deutschland 2010 rund 299100 Betriebe mit einer Betriebsgröße ab 5 ha LF; darin enthalten sind auch 27400 kleinflächigere, aber wirtschaftlich bedeutsame Betriebe mit Sonderkulturen (wie Weinbau, Gemüseanbau in Gewächshäusern), intensiver Viehhaltung oder Wald. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche erstreckte sich auf 16,7 Millionen Hektar, fast die Hälfte der Fläche Deutschlands. Und davon wurde wiederum mehr als die Hälfte (55%) von nur 33500 Agrarbetrieben bewirtschaftet, die über eine Nutzfläche ab 100 ha verfügten.

Betriebe dieser Größenordnung finden sich im Norden und vor allem im Osten Deutschlands. In Ostdeutschland hatte die großflächige Gutswirtschaft eine lange Tradition. Mit der Bodenreform von 1945-1949 wurden Güter aufgelöst und die Flächen an Kleinbauern zur Bewirtschaftung übergeben. Schon in den 1950er Jahren stellte die DDR aber die Weichen für die Kollektivierung der Landwirtschaft. In den 1970er und 1980er Jahren setzte sich der Konzentrationsprozess mit dem Übergang zur industriemäßigen Tier- und Pflanzenproduktion in spezialisierten Großbetrieben fort. 1989 bestanden in der DDR nur noch rund 4700 Betriebe bei einer durchschnittlichen Nutzfläche von 1320 ha. Nach der deutschen Einigung wurden zwar Großbetriebe aufgespalten und wagten zahlreiche Wiedereinrichter den Schritt in die bäuerliche Selbstständigkeit. Dennoch dominieren in der ostdeutschen Landwirtschaft auch heute die großbetrieblichen Unternehmensformen.

In Süddeutschland herrschten in der Landwirtschaft auf Grund der naturräumlichen Gegebenheiten und wegen des Realerbteilungsrechts traditionell kleinere Betriebsformen vor, während im Norden und Nordwesten deutlich größere Flächen bewirtschaftet wurden. 1949 existierten im damaligen Bundesgebiet rund 1,34 Mio landwirtschaftliche Betriebe mit Flächen ab 2 ha. Seitdem war die westdeutsche Landwirtschaft aber einer stetigen Konzentration unterworfen. 2010 gab es in den westlichen Bundesländern noch rund 274000 Betriebe (ab 5 ha). Kleinere Bauernhöfe werden häufig im Nebenerwerb betrieben, weil sie allein kein ausreichendes Familieneinkommen abwerfen. Erfahrungsgemäß gehen viele dieser Betriebe im Lauf der Zeit durch Verpachtung oder Verkauf in den Flächenbestand größerer Betriebe über. Trotz der sich ändernden Größenstruktur ist das als Familienbetrieb geführte Einzelunternehmen aber nach wie vor die typische Betriebsform der westdeutschen Landwirtschaft.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 11/2011
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