Rentenausgaben in der EU
Infografik Nr. 725423
Die alternde Bevölkerung führt in den EU-Ländern zu wachsenden Ausgaben für die Alterssicherung. Aber die Rentensysteme unterscheiden sich von Land zu Land und damit auch der Umfang der Rentenausgaben. Wie hoch ist die Rentenlast im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung? Vergleichen Sie!
Das Rentensystem in Deutschland steht vor einer großen Bewährungsprobe. Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge, der sogenannten Boomer-Generation, ins Rentenalter, verschieben sich die Gewichte zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern. Lasten und Leistungen müssten daher neu aufgeteilt werden – gegen erwartbar große Widerstände, da fast die gesamte erwachsene Bevölkerung auf der einen oder anderen Seite in das System der Alterssicherung eingebunden ist. Mit diesen Problemen steht Deutschland aber nicht allein da. Auch in anderen Ländern der Europäischen Union wächst der Druck, für die Alterssicherung eine volkswirtschaftlich tragbare und gesellschaftlich akzeptierte Lösung zu finden.
Nimmt man Alters-, Hinterbliebenen-, Invaliden- und Vorruhestandsrenten (an Arbeitslose) zusammen, hatte Italien 2023 die höchsten Rentenausgaben im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung: 16,5% des BIP wurden dafür aufgewandt. Es folgten Frankreich (14,6%) und Österreich (15,4%). Deutschland nahm mit 11,5% des BIP einen Rang im Mittelfeld ein. Am niedrigsten war der Rentenaufwand, am BIP gemessen, in Malta (5,2%) und Irland (4,2%). Für die gesamte EU ergab sich ein Durchschnittswert von 12,3%.
Die Höhe der Rentenausgaben hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist zunächst, welche Rentenarten überhaupt gewährt werden. Beschränkt man den Vergleich auf die eigentlichen Altersrenten, schwankten die Ausgaben 2023 zwischen 12,1% des BIP in Frankreich und 3,4% in Irland. In Deutschland lagen sie bei 8,9% des BIP. In Ländern mit vergleichsweise niedriger Frauenerwerbstätigkeit spielen daneben auch die Hinterbliebenenrenten eine wichtige Rolle, denn sie dienen vor allem der Versorgung der Witwen nach dem Tod des Familienernährers. So entfielen 2023 in Italien, Griechenland und Spanien jeweils 2,3% des BIP auf diese Rentenart. In Deutschland machte sie 1,5%, in Schweden dagegen nur 0,2% des BIP aus; der EU-Durchschnitt lag bei 1,4%.
Wie die Höhe der Rentenausgaben schwankt auch die Zahl der Rentenempfänger. 2023 bezogen EU-weit 21,9% der Bevölkerung ein Altersruhegeld. In Luxemburg war der Anteil der Altersrentner mit 25,6% am höchsten, in Malta und Irland mit knapp 14% am niedrigsten. In Frankreich erhielten 25,1% der Bevölkerung eine Altersrente, in Deutschland 23,8%. Neben den unterschiedlichen Anspruchsvoraussetzungen, dem regulären und dem tatsächlichen Renteneintrittsalter schlug sich darin vor allem der Altersaufbau der jeweiligen Bevölkerung nieder: Je älter eine Gesellschaft, desto höher tendenziell der Anteil der Rentenbezieher.
| Ausgabe: | 03/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |