Die Arbeitslosen 1991-2024
Infografik Nr. 258238
Die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland lässt die Arbeitslosenzahlen wieder steigen. Zwar besteht immer noch ein großer Fachkräftemangel, aber in der Auftragsflaute fallen auch viele Arbeitsplätze weg. Wie stellte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt 2024 dar? Vergleichen Sie damit die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Ost- und Westdeutschland seit Anfang der 1990er Jahre!
Von ihrem Höhepunkt im Jahr 2005 ging die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit in Deutschland bis 2019 deutlich zurück. Durch die Finanzkrise (2009) und die Eurokrise (2013) wurde diese Entwicklung nur kurzfristig unterbrochen. 2019 erreichte sie mit 2,27 Mio Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 5,0 % ihren vorläufigen Tiefpunkt. Das folgende Jahr stand jedoch ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Die reale Wirtschaftsleistung schrumpfte und der Arbeitsmarkt geriet massiv unter Druck. 2021 trat eine leichte Entspannung ein, aber der wechselhafte Verlauf der Pandemie und die Störung der internationalen Lieferketten machten der Wirtschaft weiterhin zu schaffen. 2022 löste der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine neue Verwerfungen aus. Weltweit schossen die Energiepreise in die Höhe. In Deutschland waren davon vor allem die energieintensiven Industriezweige und die privaten Haushalte betroffen.
Hohe Inflationsraten, ein getrübtes Konsumklima und eine verhaltene Auslandsnachfrage bestimmten die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den folgenden beiden Jahren. Hinzu kam die Verunsicherung über den weiteren Gang der Energiewende. Die Unternehmensinvestitionen sanken und die volkswirtschaftliche Gesamtleistung ging leicht zurück: 2023 um 0,3 % und 2024 um schätzungsweise 0,2 %. Trotz der Stagnation nahm die Zahl der Erwerbstätigen jedoch weiter zu und erreichte 2024 mit durchschnittlich 46,1 Millionen einen neuen Rekordstand. Es stieg aber auch die Arbeitslosigkeit, da das Arbeitskräfteangebot auf Grund der Zuwanderung und der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen noch stärker wuchs.
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2024 im Durchschnitt 2,79 Mio Menschen arbeitslos gemeldet (7 % mehr als im Vorjahr), davon 1,53 Mio Männer und 1,26 Mio Frauen. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 6,0 % aller zivilen Erwerbspersonen. In Westdeutschland lag die Quote bei 5,7 %, in Ostdeutschland (einschließlich Berlin) bei 7,5 %. Auf Länderebene bewegte sie sich zwischen 3,7 % in Bayern und 11,1 % in Bremen; in Nordrhein-Westfalen als größtem Bundesland belief sie sich auf 7,5 %. Gleichzeitig klagten aber viele Unternehmen über den Mangel an Fachkräften.
2024 waren im Jahresdurchschnitt alle Personengruppen von höherer Arbeitslosigkeit betroffen. Bei Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung stieg sie um 7,5 %, bei Personen ohne Ausbildung um 5 %, bei akademisch Ausgebildeten jedoch um mehr als 19 %. Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahren) kletterte um fast 11 %, die der Älteren (ab 55 Jahren) um 9 %.
Ausgabe: | 02/2025 |
Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
Reihe: | 53 |
Reihentitel: | Zahlenbilder |
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