Altersaufbau 2024/2070
Infografik Nr. 020125
Die Bevölkerung Deutschlands als Ganze wird immer älter – das hat Auswirkungen auf die soziale Sicherung, das Bildungswesen und die Beschäftigung. Vorausberechnungen zeigen, in welchen Bahnen sich das Bevölkerungsgeschehen in den nächsten fünfzig Jahren bewegen könnte. Vergleichen Sie den Altersaufbau von 2024 mit dem von 2070!
Die Probleme der künftigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland sind schon lange absehbar. Wie sie sich auf die soziale Sicherung, das Bildungswesen und den Arbeitsmarkt auswirken, beschäftigt zunehmend auch die breitere Öffentlichkeit. Hilfreiche Datengrundlagen dazu finden sich in den koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen des Bundes und der Länder. In der aktuellen, 16. Vorausberechnung wird ausgehend vom heutigen Stand unter verschiedenen Annahmen modellhaft durchgespielt, welchen Verlauf die demographische Entwicklung bis zum Jahr 2070 nehmen kann.
Im Blick auf das Renten-, Bildungs- und Beschäftigungssystem von morgen ist vor allem die Veränderung der Altersstruktur von Interesse. In diesen Bereichen hängt viel davon ab, dass eine tragfähige Balance zwischen den Altersklassen der Gesellschaft gewahrt bleibt. So beruht der „Generationenvertrag“ als Kernstück der sozialen Sicherung in Deutschland auf dem fairen Ausgleich zwischen den aktiven und den inaktiven (jüngeren bzw. älteren) Jahrgängen. Kommt es zu massiven Verschiebungen im Altersaufbau, gerät dieses System wechselseitig ausgewogener Pflichten und Ansprüche in Gefahr. Für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands ist von Bedeutung, dass für die altersbedingt ausscheidenden Erwerbstätigen genügend junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte nachrücken. Fehlt es an Nachwuchs, müssen die älteren Jahrgänge länger im Arbeitsprozess verbleiben. Auf Dauer bietet dies jedoch keine Lösung.
Vor solchen Problemen steht die Bundesrepublik in den nächsten Jahrzehnten. So führt die niedrige Geburtenrate dazu, dass die unteren Jahrgänge der Bevölkerung künftig schwächer besetzt sind als die ihnen vorausgehenden, älteren Jahrgänge. In der hier verwendeten Modellvariante G2L2W2 (mit moderaten Annahmen zu Geburten, Verlängerung der Lebenserwartung und Zuwanderung) schrumpft der Anteil der Unter-20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bis 2070 von knapp 19 auf 17%. Der Anteil der mittleren, wirtschaftlich aktiven Altersgruppe zwischen 20 und 64 Jahren geht von 59 auf 53% zurück. Dagegen steigt der Anteil der 65-Jährigen und Älteren von 23 auf 31%. Die Altersgruppe ab 80 Jahren macht 2070 sogar schon 12% der Bevölkerung aus. Das Diagramm des Altersaufbaus, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch einer regelmäßigen Pyramide glich, nimmt die Form einer Urne an.
Die Verschiebung der Gewichte zwischen den Generationen wird auch durch die Zuwanderung meist jüngerer Menschen aus dem Ausland nicht entscheidend beeinflusst. Deren Umfang wird in der genannten Modellvariante langfristig mit 250000 Zuzüglern pro Jahr veranschlagt.
| Ausgabe: | 04/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |